Helm!

Also gut, reden wir über Helme. Vielen Leuten scheinen sie ja sehr wichtig zu sein, seien sie bei der Polizei, im Rettungsdienst, oder sie fahren einfach Rad. Oder verkaufen einen. Die Rede ist natürlich nicht von Bergsteigerhelmen oder Helmen, die auf Baustellen getragen werden. Auch nicht von Motorradhelmen. Sondern von Fahrradhelmen.

Was ist dran an diesen Deckeln, denen wahre Wunderdinge zugeschrieben werden? Homöopathie-Gläubige haben ihren Slogan „Wer heilt hat recht“, Helm-Gläubige sagen allzu gerne „Wer keinen Helm träge hat nichts, was beschützenswert ist“. Beides recht substanzlos, im Fall der Helm-Gläubigen werden Andersdenkende auch noch geschmäht.

Die Studienlage

Am Bekanntesten und auch am Berüchtigsten ist zweifellos die sogenannte Seattle-Studie von 1989, auch unter dem Namen ihrer Schreiber Thompson, Rivara, Thompson oder seltener unter dem Namen Harborview-Studie. Aus dieser Studie kommen die vielzitierten 85%, die das Risiko einer Kopfverletzung sinken würde.

Diese „Studie“ weist so gravierende Mängel auf dass sie sogar von ihren eigenen Autoren zurückgezogen werden musste. Warum und wieso ist mit Google leicht zu finden, hier ein Beispiel bei Zukunft Mobilität.

Kleines Schmankerl am Rande: diese 85% findet man in vielen verschiedenen Untersuchungen als Ergebnis. Seien es 85% aller Handfeuerwaffen in Privatbesitz, dem Entgelttransparenzgesetz, eine Untersuchung von Heimbewohnern, Online-Banking, Pferde, usw. Kann das eigentlich mal jemand erklären?

Dieses Machwerk ist zugegebenermaßen ein krasser Ausreißer. Um so verwunderlicher, dass genau dieses Ding immer wieder als Beweis herangezogen wird, bis heute. Auch gerne versteckt in anderen Untersuchungen als Referenz.

Ich spare mir jetzt jede einzelne Studie, Meta-Studie oder Untersuchung heran zu ziehen. Diese Arbeit haben sich andere gemacht. Wer mag, hier beispielhaft zwei Links.

Was soll verhindert werden

Okay, mal einen Schritt zurück. Was soll verhindert werden? Untersucht wird dazu die Zahl der Schädel-Hirn-Traumata. Hört sich schlimm an. Kann auch schlimm sein. Ist es aber in der Regel eher nicht. Laut Wikipedia ist ein SHT jede Verletzung des Gehirns aufgrund einer äusseren Krafteinwirkung, aber Schädelfrakturen oder Platzwunden am Kopf zählen dazu nicht. Dafür gibt es auch leichte SHT, nämlich Gehirnerschütterungen.

Das soll eine 1 bis 1,5cm dicke Styroporschicht verhindern? Geht das überhaupt physikalisch gesehen? In die gleiche Richtung geht der Artikel des Physikers Dr. Ingo R. Keck in Fahrrad Zukunft Ausgabe 14.

Abgesehen von den Integralhelmen von Downhill-Fahrern sitzt ein Helm oben auf der Schädeldecke, über den Ohren. Bei einem Sturz von einem Rad ist es eher unwahrscheinlich dass dieser Bereich getroffen wird, allenfalls Randbereiche.

Bauarbeiter und Bergsteiger tragen auch Helm

Ja. Völlig anders konstruierte Helme. Die Helme von Bauarbeitern und Bergsteigern sollen verhindern, dass Gegenstände von oben die Schädeldecke schädigen. Was könnte das bei Radfahrern sein? Kastanien?

Und ein Helm für Motorradfahrer ist wieder anders konstruiert. Mal abgesehen dass weitere Bereiche des Kopfes geschützt werden.

Aber mir hat er geholfen!

Wie sich Manche immer so sicher sind, dass der Helm wirklich geholfen hat. Gerne werden dazu Fotos von Helmen gezeigt, die gebrochen sind.

Zwischenbemerkung: ich frage mich schon lange wie sich eine am Helm befestigte Lampe oder Kamera im Fall eines Unfalls eigentlich auswirkt. Wenn da jemand etwas Fundiertes beitragen kann, immer her damit. Weiter geht’s.

Also, erstmal, bei einem Unfall wirken so viele Kräfte, auch als Unfallbeteiligter kann man unmöglich sagen was da vor sich ging. Deswegen wird sowas bei Crashtests von Autos auch neben einer Unmenge von Sensoren auch mit Hochgeschwindigkeitskameras verfolgt.

Daneben gibt es die Anekdotische Evidenz. Es ist zwar ein Argument, aber ein schwaches. Wird auch gerne von Homöopathie-Gläubigen benutzt, das nur nebenbei.

Und ein zerstörter Helm? Der hat nicht geholfen. Eine Knautschzone wirkt, in dem sie sich verformt und dabei auftretende Kräfte absorbiert. Bricht da etwas, war die Kraft zu stark, und es können keine weiteren Kräfte aufgenommen werden. Im Fall von Helmen auch gefährlich, da hier scharfe Kanten auftreten. Also ich möchte sowas nicht am Kopf haben, vor allem nicht nahe der Augen. Womit gleich das nächste „Argument“ geklärt wäre, dass bei Helmdiskussionen früher oder später auftaucht.

Du hast nur Angst um die Frisur

Für mich stimmt das. Nicht. Ich trage meine Haare 12 bis 15mm lang. Da wird nichts zerstört. Andere haben längere Haare, aber da zerzaust dann der Wind die Frisur.

Wenn dir dein Kopf nicht wichtig ist…

Doch, ist er. Und an dem Kopf hängt halt noch ein Körper dran, mit um die 80kg in meinem Fall, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Da können Verkehrswacht, Polizei, ADAC, und was weiß ich wer noch alles noch so viele Melonen mit Helmen senkrecht auf den Asphalt fallen lassen, auf das Gewicht kommt eine Melone nie. Von der Querbeschleunigung ganz zu schweigen, denn die wenigsten Radfahrer werden im Stand auf den Kopf fallen, ohne vorher mit den Händen abgefangen zu haben. Nebenbei bemerkt: deswegen sind Handschuhe übrigens nützlicher.

Damals beim Gurt gab es auch Widerstand

Ein Gurt im Auto ist ein Rückhaltesystem, keine Knautschzone. Die Nützlichkeit ist mit entsprechenden wissenschaftlich durchgeführten Untersuchungen und Crashtests (siehe oben) hinreichend bewiesen.

Trotzdem gibt es im Auto übrigens mehr Kopfverletzungen bei Unfällen als mit dem Rad. Die Hannelore-Kohl-Stiftung veröffentlichte dazu in ihrem Geschäftsbericht 2004 dazu eine aufschlussreiche Grafik. Der betreffende Geschäftsbericht verschwand etwas später auf wundersame Weise, die Grafik tauchte nie wieder in einem Geschäftsbericht auf. Aber das Internet vergisst ja nie. Sie ist z.B. auf Fahrrad-Helm.de. Aus der Grafik ist ersichtlich, dass 26% aller behandlungsbedürftigen Schädel-Hirn-Verletzungen im Auto geschehen. 14% geschehen in der Freizeit, aber nur 1% bei Unfällen von Radfahrern und Fußgängern. Oops.

Profis tragen auch Helm

Stimmt, seit 2003. Weil er bei Rennen der UCI, dem Weltverband der Rennradfahrer, verpflichtend ist. So gut wie alle Rennen unterliegen dem Reglement der UCI. Aber wieso kam diese Pflicht?

Der tödliche Unfall von Fabio Casartelli 1995 bei der Tour de France war angeblich die Ursache. Casartelli stürzte bei einer Abfahrt mit ca. 70 km/h, und rutschte mit dem Kopf voraus auf einen Betonpfosten. Hätte ein Helm dabei geholfen? Eher unwahrscheinlich.

Meiner Mindermeinung nach ist es ein anderer Grund. Sponsoren.

Aber andersrum gefragt: Profis tragen bei Autorennen auch Helm. Und zwar Integralhelme mit einem völlig anderen Aufbau. Und wie wir jetzt wissen ist das Risiko einer Schädel-Hirn-Verletzung im Auto sehr viel höher. Wieso tragen die Leute, die das fragen, keinen Autohelm? Ist denen ihr Kopf nicht wichtig?

Tragen deine Kinder auch keinen Helm?

Eine Frage, die ich in letzter Zeit häufiger höre. Meiner Meinung eine ziemlich infame Frage, denn dadurch soll suggeriert werden dass ich ein Rabenvater wäre, dem seine Kinder egal sind. Sind sie nicht. Im Gegenteil, wie die allermeisten Eltern liebe ich meien Kinder über alles.

Deswegen müssen sie keinen Helm tragen. Sie haben Helme, ab und zu wollen sie sie auch aufsetzen. Z.B. nachdem es im Kindergarten eine Veranstaltung der Deutschen Verkehrswacht gab, angeblich für die Verkehrssicherheit. Dabei wurde wohl massiv für Helme geworben. Das richtige Verhalten im Straßenverkehr spielte wohl eher eine Nebenrolle, das Verhalten an U-Bahn-Übergängen dann gar keine mehr. Ebensowenig würde den Kindern wohl eingeschärft das sie auch bei Grün aufpassen müssen.

Das habe ich auch auf Twitter damals thematisiert. Die Antworten der Verkehrswacht drehten sich erwartungsgemäß nur um Helme.

Betrachtet man das Thema Fahrradhelm bei Kindern näher stößt man unweigerlich auf Meldungen, dass Kinder die Helme beim Spielen unbedingt absetzen müssen. Warum? Weil es Fälle gab, in denen sich die Kinder durch die Helmgurte beim Klettern stranguliert haben.

Jetzt kommen bestimmt wieder diejenigen, die dann meinen, das muss man den Kindern halt klar machen dass sie ihn nur beim Rad fahren aufsetzen sollen, und sonst absetzen. Jo. Geht klar. Kleine Kinder machen immer das was man ihnen sagt. Auch wenn der Spielkamerad schon auf dem Klettergerüst oder Baum sitzt und ruft.

Es gibt noch zwei Punkte bei Kindern. Zum Einen ist ein Kinderkopf im Verhältnis zum Körper überproportional größer als dies bei Erwachsenen der Fall ist. Die Chance bei einem Sturz Bodenkontakt zu bekommen steigt also. Ebenso ist das Gewicht eines Helms dann kritischer. Dadurch steigt die Gefahr eines Schleudertraumas, weil die Halsmuskulatur natürlich nicht ausgebildet genug ist.

Gegen die tragischen Unfälle zwischen Kindern und Kfz helfen Helme auch überhaupt nichts.

Cui bono?

Bei all der Helmpropaganda stellt sich immer wieder die Frage, wem nutzt das?

Politikern wie dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann? Der ist Verfechter einer Helmpflicht, und hat dazu zusammen mit seinem damaligen Thüringer Amtskollegen eine Metastudie in Auftrag gegeben, die den Nutzen von Fahrradhelmen ein für alle mal belegen sollte. Was nicht zweifelsfrei gelang, trotz des eindeutigen Auftrags (wissenschaftliche Studien sind ergebnisoffen) und trotz dem Heranziehen von Studien wie der Seattle-Studie.

Der Polizei, die in Pressemeldungen zu Fahrradunfällen nur zu gerne auf nicht getragene Helme verweist? Völlig ungeachtet dessen, ob der Kopfbereich überhaupt betroffen war. Oder das Opfer gar unter LKW-Reifen sein Leben verlor.

Den Händlern und Herstellern, die gerne Helme verkaufen? Wenig Lagerfläche, guter Umsatz halt.

Vereinen wie der Deutschen Verkehrswacht, deren Mitgliederliste sich wie ein Who ist WHO der deutschen Autolobby liest?

Der Autolobby an sich, die mit Verweis auf den Helm alle Schuld von sich weisen kann?

Zum Autor

Kurz nachdem ich mit dem Rad fahren im Alltag anfing habe ich mir einen Helm zugelegt. Groß nachgedacht habe ich nicht darüber, das er hilft war ja klar! Dann kam ich in die Newsgroup de.rec.fahrrad mit Kritikern in Kontakt. Natürlich habe deren Gedanken dazu zuerst vehement abgelehnt. Aber je mehr ich die Diskussionen über Fahrradhelme verfolgte oder daran teilnahm, desto mehr beschäftigte ich mich mit deren Argumenten. Und konnte sie rational nicht widerlegen. Am Schluss trug ich einen Helm nur noch als Sonnenschirm. Aber selbst da versagte der Helm.

Mittlerweile fahre ich ohne Helm, muss mich nicht damit rumplagen wenn ich abgestiegen bin. Und fahre trotzdem sicher, weil vorausschauendes Fahren und Rechnen mit den unmöglichsten Aktionen anderer Verkehrsteilnehmer viel mehr zur Unfallvermeidung beiträgt.

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11 Kommentare zu „Helm!

  1. Ich finde die ganze Helmdiskussion ja sehr interessant und bin auch bei Dir, wenn es darum geht, dass ihm zu viel Bedeutung zugemessen wird. Und, auch wenn Du in Deinem Text viele Argumente pro Helm abschwächst, stelle ich mir immer wieder diese eine Frage: Was spricht denn wirklich gegen einen Helm? Welche Nachteile bringt ein er mit sich? Und da fällt mir neben den erwähnten Frisurproblemen tatsächlich nur Bequemlichkeit ein. Auch, wenn ein Helm nur in einem Bruchteil aller Stürze und Unfälle wirklich hilft, so macht er das Fahren doch sicherer, oder?

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    1. Gegen freiwilliges helmtragen spricht eigentlich nicht viel, jeder hält wie er will. Interessant wird es, wenn eine Helmpflicht käme, dadurch viele Gelegenheitsradler die Lust am radeln verlieren und mögliche Neuradler erst gar nicht damit anfangen. Das wird maßgeblichen Einfluss auf die Volksgesundheit haben und für die verbliebenen Radler steigt einiger Studien zufolge die Unfallgefahr.

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    2. Dann die einfache Frage an dich: warum beschränkst du dein Helmtragen auf das Radfahren? Warum trägst du ihn nicht im Alltag? Zu „bequem“…?

      Welcher Nachteil? Er suggeriert anderen Menschen, dass Radfahren gefährlich wäre – aber das ist es nicht. Es ist weniger „gefährlich“ als das, was man sonst jeden Tag macht. Autofahren oder Treppensteigen z. B.! Außerdem arbeitet jeder „freiwillige“ Träger daran, dass die Versicherer wieder eine Pflicht durch Nachteile bei der Haftung bewirken werden.

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  2. Danke, schöner Beitrag! Beim cui bono fehlt die meines Erachtens wichtigste Gruppe: die Versicherungen! Inbesondere die Kfz-Haftpflichtversicherer. Jene waren es auch, die mehrmals versucht haben, über die Haftungsfragen eine indirekte Helmfplicht einzuführen. Einzig und allein nur deshalb, um Opfern von Autounfällen eine Mitschuld anzulasten – und somit dickere Gewinne zu machen. Bei Rennradfahrern ist das meines Wissens nach immer noch der aktuelle Stand der Rechtsprechung. Wenn ich mit dem MTB herumfahre und schuldlos von einem Auto umgenietet werde, bin ich nicht Schuld, wenn ich Kopfverletzungen erleide. Fuhr ich an dem Tag zufällig mit dem Rennrad hingegen zum Supermarkt…!

    Dann kommt die Radzubehör-Industrie – wenn ich überlege, dass manch Rennradler weit über 100 Euro für diese Hasenpfote bezahlt und wie viel Milliarden global betrachtet damit schon verdient wurden…

    Lustig ist, dass Risikokompensation von glühenden Helmgläubigen oft sogar komplett bestritten wird. Das sind auch die Leute, die sich nicht fragen, warum sie teilweise schon mehr als 5 Helme geschrottet haben. Ein Mensch mit Grips im Kopf würde sich irgendwann mal die Frage stellen, ob der Fahrstil evtl. zu wünschen übrig lässt? Im Gegenteil – es wird sich einfach noch intensiver gepanzert – und sich dann noch härter auf die Fresse gepackt. Die MTB-Szene ist in der Hinsicht besonders schizophren.

    „Helm auf, Hirn aus“. Gilt ebenfalls für Anfänger. Das kann man bspw. auch sehr gut auf den Skipisten beobachten. Oder seit einiger Zeit auf Radwegen – wenn betagte Senioren nachdem sie Jahrzehnte nicht mehr auf einem Drahtesel saßen wie Irre durch die Gegend heizen. Kann ja nix passieren – man trägt ja Helm.

    Ach, ein Thema über das man tagelang debattieren könnte. Ich mach das seit 15 Jahren – und es bringt gar nix. Über die systematisch Indoktrination der Kleinen (die hauptsächlich auf Angstmacherei aufbaut) wächst eine Generation nach der anderen auf, die es nicht anders kennt; für die ist der Helm normal und wird nicht hinterfragt. Wie bei Rennradfahrern inzwischen auch. Man darf ja als Helm-Atheist kaum noch wo mitfahren, selbst bei Trainingsrunden ist man ohne die Styroporschüssel nicht mehr willkommen und wird sozial ausgegrenzt!

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  3. Ja, du hast recht, die Versicherungen habe ich dabei vergessen. Auch solche selbsternannten „Radlobbys“ wie den ADFC, der schon seit 1998 munter gegen einen Beschluß der Bundeshauptversammlung verstößt und Helmpropaganda macht. Kleine Begebenheit am Rande: beschwert man sich über besonders üble Helmpropaganda einer Kreisvorsitzenden mit Hinweis auf diesen Verschluß wird vom (damaligen) Landesvorsitzenden abgebügelt mit dem Hinweis, er geht jetzt in Urlaub. Immerhin, die Kreisvorsitzende ist jetzt nicht mehr Kreisvorsitzende. Sondern natürlich Landesvorsitzende.

    Jedenfalls, die letzten zwei Punkte habe ich schnell auf dem Handy runtergeschrieben. Da fällt auch noch der Hinweis dass der Helmwahnsinn bei Kindern immer schlimmere Blüten treibt. Ich habe schon Kleinkinder auf Bobbycars mit Helm gesehen, im autofreien Hinterhof. Helm auf Roller breitet sich auch immer mehr aus, leider.

    Was auch fehlt sind Kommentare von Rettungssanitätern, die ja immer so schlimme Kopfverletzungen von Radfahrern im RTW haben. Anscheinend aber keine kopfverletzten Autofahrer. Immerhin, die kriegen auch Gegenwind aus den eigenen Reihen. Beispielsweise hier: https://twitter.com/RedEagleRescue/status/996049508046966785

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  4. Ich trage keinen Helm, weil ich den Nutzen genauso in Frage stelle wie der Blogautor. Trotzdem fahren meine Kinder mit Helm. Warum? Um ihr hübsches Köpfchen vor Beulen und Schürfwunden zu schützen, denn (unbedeutende) Stürze sind an der Tagesordnung und ein Helm auf dem Kinderkopf ist mir da lieber als ein Pflaster, ein Kühlakku oder zwanzig Minuten Geheule.

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    1. Der Helm kann erst zu Unfällen führen, wegen dem gerade bei Kindern nicht unerheblich gesteigerten Umfang und Gewicht. Die Hebelwirkung bei Fall auf die Helmkante kann auch eher zu Schürfwunden im Kinnbereich führen.

      Aber sind deine Kinder.

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    2. Aber warum denn bitteschön nur beim Radfahren…!?

      Und beim normalen Spielen und z. B. auch Rumzackern müssen die keinen Helm tragen? Durften die eigentlich gar ohne Helm laufen lernen…? Wenn sie sich ihre hübschen Köpfchen bei anderen alltäglichen Dingen verbeulen – muss man da als Helikoptervater nicht ebenfalls vorbeugen?

      Radhelme vergrößern den Umfang des Kopfes grade bei Kindern um fast das Doppelte – wenn nicht noch drüber. Wie sich das im Einzelfall auf das Genick auswirkt…!?

      Jeder, der seine Kinder an „Helme“ gewöhnt, sorgt dafür, dass jene Generation mit einer kommenden Helmpflicht überhaupt keine Probleme haben wird.

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  5. So sehr ich auch dafür bin, sich eine eigene Meinung zu bilden und die Autoritäten in Frage zu stellen, diesen Beitrag kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen.

    Die Argumente gegen einen Helm sind also: Er hilft nur in seltenen Fällen und wenn man sich doof anstellt kann er auch schaden? Wenn ich mir den Anschnallgurt um den Hals wickle, gilt dort das gleiche. Eine Brille wird bei Autounfällen auch (selten) in das Gesicht des Fahrers gedrückt, also lieber ohne Brille fahren? Hosen (insbesondere Jeans) können bei heftigen Stürzen aufribbeln und sich dann mit der Haut verbinden (sehr schmerzhaft), also lieber nackt Fahrradfahren?

    Ich habe aus persönlicher Erfahrung schon zwei Unfälle Fahrrad gegen Auto (ich war auf dem Rad) überstanden, die ohne Helm nicht so abgelaufen wären. Beide Unfälle mit Aufprallgeschwindigkeit > 25 km/h, der Kopf landete auf Windschutzscheibe/Motorhaube/Kofferraum. Selbst wenn ich nur einen solchen Unfall mit höherer Wahrscheinlichkeit überstehen kann, bin ich bereit Helm zu tragen.

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