Helm! (Update 15.04.2021)

Also gut, reden wir über Helme. Vielen Leuten scheinen sie ja sehr wichtig zu sein, seien sie bei der Polizei, im Rettungsdienst, oder sie fahren einfach Rad. Oder verkaufen einen. Die Rede ist natürlich nicht von Bergsteigerhelmen oder Helmen, die auf Baustellen getragen werden. Auch nicht von Motorradhelmen. Sondern von Fahrradhelmen.

Was ist dran an diesen Deckeln, denen wahre Wunderdinge zugeschrieben werden? Homöopathie-Gläubige haben ihren Slogan „Wer heilt hat recht“, Helm-Gläubige sagen allzu gerne „Wer keinen Helm träge hat nichts, was beschützenswert ist“. Beides recht substanzlos, im Fall der Helm-Gläubigen werden Andersdenkende auch noch geschmäht.

Die Studienlage

Am Bekanntesten und auch am Berüchtigsten ist zweifellos die sogenannte Seattle-Studie von 1989, auch unter dem Namen ihrer Schreiber Thompson, Rivara, Thompson oder seltener unter dem Namen Harborview-Studie. Aus dieser Studie kommen die vielzitierten 85%, die das Risiko einer Kopfverletzung sinken würde.

Diese „Studie“ weist so gravierende Mängel auf dass sie sogar von ihren eigenen Autoren zurückgezogen werden musste. Warum und wieso ist mit Google leicht zu finden, hier ein Beispiel bei Zukunft Mobilität.

Kleines Schmankerl am Rande: diese 85% findet man in vielen verschiedenen Untersuchungen als Ergebnis. Seien es 85% aller Handfeuerwaffen in Privatbesitz, dem Entgelttransparenzgesetz, eine Untersuchung von Heimbewohnern, Online-Banking, Pferde, usw. Kann das eigentlich mal jemand erklären?

Dieses Machwerk ist zugegebenermaßen ein krasser Ausreißer. Um so verwunderlicher, dass genau dieses Ding immer wieder als Beweis herangezogen wird, bis heute. Auch gerne versteckt in anderen Untersuchungen als Referenz.

Ich spare mir jetzt jede einzelne Studie, Meta-Studie oder Untersuchung heran zu ziehen. Diese Arbeit haben sich andere gemacht. Wer mag, hier beispielhaft zwei Links.

 

Was soll verhindert werden

Okay, mal einen Schritt zurück. Was soll verhindert werden? Untersucht wird dazu die Zahl der Schädel-Hirn-Traumata. Hört sich schlimm an. Kann auch schlimm sein. Ist es aber in der Regel eher nicht. Laut Wikipedia ist ein SHT jede Verletzung des Gehirns aufgrund einer äusseren Krafteinwirkung, aber Schädelfrakturen oder Platzwunden am Kopf zählen dazu nicht. Dafür gibt es auch leichte SHT, nämlich Gehirnerschütterungen.

Das soll eine 1 bis 1,5cm dicke Styroporschicht verhindern? Geht das überhaupt physikalisch gesehen? In die gleiche Richtung geht der Artikel des Physikers Dr. Ingo R. Keck in Fahrrad Zukunft Ausgabe 14.

Abgesehen von den Integralhelmen von Downhill-Fahrern sitzt ein Helm oben auf der Schädeldecke, über den Ohren. Bei einem Sturz von einem Rad ist es eher unwahrscheinlich dass dieser Bereich getroffen wird, allenfalls Randbereiche.

Bauarbeiter und Bergsteiger tragen auch Helm

Ja. Völlig anders konstruierte Helme. Die Helme von Bauarbeitern und Bergsteigern sollen verhindern, dass Gegenstände von oben die Schädeldecke schädigen. Was könnte das bei Radfahrern sein? Kastanien?

Und ein Helm für Motorradfahrer ist wieder anders konstruiert. Mal abgesehen dass weitere Bereiche des Kopfes geschützt werden.

Aber mir hat er geholfen!

Wie sich Manche immer so sicher sind, dass der Helm wirklich geholfen hat. Gerne werden dazu Fotos von Helmen gezeigt, die gebrochen sind.

Zwischenbemerkung: ich frage mich schon lange wie sich eine am Helm befestigte Lampe oder Kamera im Fall eines Unfalls eigentlich auswirkt. Wenn da jemand etwas Fundiertes beitragen kann, immer her damit. Weiter geht’s.

Also, erstmal, bei einem Unfall wirken so viele Kräfte, auch als Unfallbeteiligter kann man unmöglich sagen was da vor sich ging. Deswegen wird sowas bei Crashtests von Autos auch neben einer Unmenge von Sensoren auch mit Hochgeschwindigkeitskameras verfolgt.

Daneben gibt es die Anekdotische Evidenz. Es ist zwar ein Argument, aber ein schwaches. Wird auch gerne von Homöopathie-Gläubigen benutzt, das nur nebenbei.

Und ein zerstörter Helm? Der hat nicht geholfen. Eine Knautschzone wirkt, in dem sie sich verformt und dabei auftretende Kräfte absorbiert. Bricht da etwas, war die Kraft zu stark, und es können keine weiteren Kräfte aufgenommen werden. Im Fall von Helmen auch gefährlich, da hier scharfe Kanten auftreten. Also ich möchte sowas nicht am Kopf haben, vor allem nicht nahe der Augen. Womit gleich das nächste „Argument“ geklärt wäre, dass bei Helmdiskussionen früher oder später auftaucht.

Du hast nur Angst um die Frisur

Für mich stimmt das. Nicht. Ich trage meine Haare 12 bis 15mm lang. Da wird nichts zerstört. Andere haben längere Haare, aber da zerzaust dann der Wind die Frisur.

Wenn dir dein Kopf nicht wichtig ist…

Doch, ist er. Und an dem Kopf hängt halt noch ein Körper dran, mit um die 80kg in meinem Fall, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Da können Verkehrswacht, Polizei, ADAC, und was weiß ich wer noch alles noch so viele Melonen mit Helmen senkrecht auf den Asphalt fallen lassen, auf das Gewicht kommt eine Melone nie. Von der Querbeschleunigung ganz zu schweigen, denn die wenigsten Radfahrer werden im Stand auf den Kopf fallen, ohne vorher mit den Händen abgefangen zu haben. Nebenbei bemerkt: deswegen sind Handschuhe übrigens nützlicher.

Damals beim Gurt gab es auch Widerstand

Ein Gurt im Auto ist ein Rückhaltesystem, keine Knautschzone. Die Nützlichkeit ist mit entsprechenden wissenschaftlich durchgeführten Untersuchungen und Crashtests (siehe oben) hinreichend bewiesen.

Trotzdem gibt es im Auto übrigens mehr Kopfverletzungen bei Unfällen als mit dem Rad. Die Hannelore-Kohl-Stiftung veröffentlichte dazu in ihrem Geschäftsbericht 2004 dazu eine aufschlussreiche Grafik. Der betreffende Geschäftsbericht verschwand etwas später auf wundersame Weise, die Grafik tauchte nie wieder in einem Geschäftsbericht auf. Aber das Internet vergisst ja nie. Sie ist z.B. auf Fahrrad-Helm.de. Aus der Grafik ist ersichtlich, dass 26% aller behandlungsbedürftigen Schädel-Hirn-Verletzungen im Auto geschehen. 14% geschehen in der Freizeit, aber nur 1% bei Unfällen von Radfahrern und Fußgängern. Oops.

Profis tragen auch Helm

Stimmt, seit 2003. Weil er bei Rennen der UCI, dem Weltverband der Rennradfahrer, verpflichtend ist. So gut wie alle Rennen unterliegen dem Reglement der UCI. Aber wieso kam diese Pflicht?

Der tödliche Unfall von Fabio Casartelli 1995 bei der Tour de France war angeblich die Ursache. Casartelli stürzte bei einer Abfahrt mit ca. 70 km/h, und rutschte mit dem Kopf voraus auf einen Betonpfosten. Hätte ein Helm dabei geholfen? Eher unwahrscheinlich.

Meiner Mindermeinung nach ist es ein anderer Grund. Sponsoren.

Aber andersrum gefragt: Profis tragen bei Autorennen auch Helm. Und zwar Integralhelme mit einem völlig anderen Aufbau. Und wie wir jetzt wissen ist das Risiko einer Schädel-Hirn-Verletzung im Auto sehr viel höher. Wieso tragen die Leute, die das fragen, keinen Autohelm? Ist denen ihr Kopf nicht wichtig?

Tragen deine Kinder auch keinen Helm?

Eine Frage, die ich in letzter Zeit häufiger höre. Meiner Meinung eine ziemlich infame Frage, denn dadurch soll suggeriert werden dass ich ein Rabenvater wäre, dem seine Kinder egal sind. Sind sie nicht. Im Gegenteil, wie die allermeisten Eltern liebe ich meine Kinder über alles.

Deswegen müssen sie keinen Helm tragen. Sie haben Helme, ab und zu wollen sie sie auch aufsetzen. Z.B. nachdem es im Kindergarten eine Veranstaltung der Deutschen Verkehrswacht gab, angeblich für die Verkehrssicherheit. Dabei wurde wohl massiv für Helme geworben. Das richtige Verhalten im Straßenverkehr spielte wohl eher eine Nebenrolle, das Verhalten an U-Bahn-Übergängen dann gar keine mehr. Ebensowenig würde den Kindern wohl eingeschärft das sie auch bei Grün aufpassen müssen.

Das habe ich auch auf Twitter damals thematisiert. Die Antworten der Verkehrswacht drehten sich erwartungsgemäß nur um Helme.

Betrachtet man das Thema Fahrradhelm bei Kindern näher stößt man unweigerlich auf Meldungen, dass Kinder die Helme beim Spielen unbedingt absetzen müssen. Warum? Weil es Fälle gab, in denen sich die Kinder durch die Helmgurte beim Klettern stranguliert haben.

Jetzt kommen bestimmt wieder diejenigen, die dann meinen, das muss man den Kindern halt klar machen dass sie ihn nur beim Rad fahren aufsetzen sollen, und sonst absetzen. Jo. Geht klar. Kleine Kinder machen immer das was man ihnen sagt. Auch wenn der Spielkamerad schon auf dem Klettergerüst oder Baum sitzt und ruft.

Es gibt noch zwei Punkte bei Kindern. Zum Einen ist ein Kinderkopf im Verhältnis zum Körper überproportional größer als dies bei Erwachsenen der Fall ist. Die Chance bei einem Sturz Bodenkontakt zu bekommen steigt also. Ebenso ist das Gewicht eines Helms dann kritischer. Dadurch steigt die Gefahr eines Schleudertraumas, weil die Halsmuskulatur natürlich nicht ausgebildet genug ist.

Gegen die tragischen Unfälle zwischen Kindern und Kfz helfen Helme auch überhaupt nichts.

Cui bono?

Bei all der Helmpropaganda stellt sich immer wieder die Frage, wem nutzt das?

Politikern wie dem baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann? Der ist Verfechter einer Helmpflicht, und hat dazu zusammen mit seinem damaligen Thüringer Amtskollegen eine Metastudie in Auftrag gegeben, die den Nutzen von Fahrradhelmen ein für alle mal belegen sollte. Was nicht zweifelsfrei gelang, trotz des eindeutigen Auftrags (wissenschaftliche Studien sind ergebnisoffen) und trotz dem Heranziehen von Studien wie der Seattle-Studie.

Der Polizei, die in Pressemeldungen zu Fahrradunfällen nur zu gerne auf nicht getragene Helme verweist? Völlig ungeachtet dessen, ob der Kopfbereich überhaupt betroffen war. Oder das Opfer gar unter LKW-Reifen sein Leben verlor.

Den Händlern und Herstellern, die gerne Helme verkaufen? Wenig Lagerfläche, guter Umsatz halt.

Vereinen wie der Deutschen Verkehrswacht, deren Mitgliederliste sich wie ein Who ist WHO der deutschen Autolobby liest?

Der Autolobby an sich, die mit Verweis auf den Helm alle Schuld von sich weisen kann?

Zum Autor

Kurz nachdem ich mit dem Rad fahren im Alltag anfing habe ich mir einen Helm zugelegt. Groß nachgedacht habe ich nicht darüber, das er hilft war ja klar! Dann kam ich in die Newsgroup de.rec.fahrrad mit Kritikern in Kontakt. Natürlich habe deren Gedanken dazu zuerst vehement abgelehnt. Aber je mehr ich die Diskussionen über Fahrradhelme verfolgte oder daran teilnahm, desto mehr beschäftigte ich mich mit deren Argumenten. Und konnte sie rational nicht widerlegen. Am Schluss trug ich einen Helm nur noch als Sonnenschirm. Aber selbst da versagte der Helm.

Mittlerweile fahre ich ohne Helm, muss mich nicht damit rumplagen wenn ich abgestiegen bin. Und fahre trotzdem sicher, weil vorausschauendes Fahren und Rechnen mit den unmöglichsten Aktionen anderer Verkehrsteilnehmer viel mehr zur Unfallvermeidung beiträgt.

Update 15.04.2021
Linksammlung

Da offensichtlich Manche ein Problem damit haben, die Links im Text zu erkennen, hier jetzt eine Linksammlung:

https://www.cyclehelmets.org/

http://www.fahrradfruehling.de/helm/quellen.html

https://pdeleuw.de/fahrrad/helm.html

https://www.zukunft-mobilitaet.net/116906/analyse/wirksamkeit-radhelm-studie-thompson-rivara-kritik/

https://hardshell.fahrrad-helm.de/physik.html

https://fahrrad-helm.de/

https://hamburgize.blogspot.com/2014/11/mit-helmpflicht-fur-fuganger-und.html (neu 26.04.2021)

https://web.archive.org/web/20160713210247/https://www.regensburger-orthopaedengemeinschaft.de/orthojournal/details-journal/artikel/sicherheit.html (neu 26.04.2021)

40 Kommentare zu „Helm! (Update 15.04.2021)

  1. Ich finde die ganze Helmdiskussion ja sehr interessant und bin auch bei Dir, wenn es darum geht, dass ihm zu viel Bedeutung zugemessen wird. Und, auch wenn Du in Deinem Text viele Argumente pro Helm abschwächst, stelle ich mir immer wieder diese eine Frage: Was spricht denn wirklich gegen einen Helm? Welche Nachteile bringt ein er mit sich? Und da fällt mir neben den erwähnten Frisurproblemen tatsächlich nur Bequemlichkeit ein. Auch, wenn ein Helm nur in einem Bruchteil aller Stürze und Unfälle wirklich hilft, so macht er das Fahren doch sicherer, oder?

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    1. Gegen freiwilliges helmtragen spricht eigentlich nicht viel, jeder hält wie er will. Interessant wird es, wenn eine Helmpflicht käme, dadurch viele Gelegenheitsradler die Lust am radeln verlieren und mögliche Neuradler erst gar nicht damit anfangen. Das wird maßgeblichen Einfluss auf die Volksgesundheit haben und für die verbliebenen Radler steigt einiger Studien zufolge die Unfallgefahr.

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    2. Dann die einfache Frage an dich: warum beschränkst du dein Helmtragen auf das Radfahren? Warum trägst du ihn nicht im Alltag? Zu „bequem“…?

      Welcher Nachteil? Er suggeriert anderen Menschen, dass Radfahren gefährlich wäre – aber das ist es nicht. Es ist weniger „gefährlich“ als das, was man sonst jeden Tag macht. Autofahren oder Treppensteigen z. B.! Außerdem arbeitet jeder „freiwillige“ Träger daran, dass die Versicherer wieder eine Pflicht durch Nachteile bei der Haftung bewirken werden.

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  2. Danke, schöner Beitrag! Beim cui bono fehlt die meines Erachtens wichtigste Gruppe: die Versicherungen! Inbesondere die Kfz-Haftpflichtversicherer. Jene waren es auch, die mehrmals versucht haben, über die Haftungsfragen eine indirekte Helmfplicht einzuführen. Einzig und allein nur deshalb, um Opfern von Autounfällen eine Mitschuld anzulasten – und somit dickere Gewinne zu machen. Bei Rennradfahrern ist das meines Wissens nach immer noch der aktuelle Stand der Rechtsprechung. Wenn ich mit dem MTB herumfahre und schuldlos von einem Auto umgenietet werde, bin ich nicht Schuld, wenn ich Kopfverletzungen erleide. Fuhr ich an dem Tag zufällig mit dem Rennrad hingegen zum Supermarkt…!

    Dann kommt die Radzubehör-Industrie – wenn ich überlege, dass manch Rennradler weit über 100 Euro für diese Hasenpfote bezahlt und wie viel Milliarden global betrachtet damit schon verdient wurden…

    Lustig ist, dass Risikokompensation von glühenden Helmgläubigen oft sogar komplett bestritten wird. Das sind auch die Leute, die sich nicht fragen, warum sie teilweise schon mehr als 5 Helme geschrottet haben. Ein Mensch mit Grips im Kopf würde sich irgendwann mal die Frage stellen, ob der Fahrstil evtl. zu wünschen übrig lässt? Im Gegenteil – es wird sich einfach noch intensiver gepanzert – und sich dann noch härter auf die Fresse gepackt. Die MTB-Szene ist in der Hinsicht besonders schizophren.

    „Helm auf, Hirn aus“. Gilt ebenfalls für Anfänger. Das kann man bspw. auch sehr gut auf den Skipisten beobachten. Oder seit einiger Zeit auf Radwegen – wenn betagte Senioren nachdem sie Jahrzehnte nicht mehr auf einem Drahtesel saßen wie Irre durch die Gegend heizen. Kann ja nix passieren – man trägt ja Helm.

    Ach, ein Thema über das man tagelang debattieren könnte. Ich mach das seit 15 Jahren – und es bringt gar nix. Über die systematisch Indoktrination der Kleinen (die hauptsächlich auf Angstmacherei aufbaut) wächst eine Generation nach der anderen auf, die es nicht anders kennt; für die ist der Helm normal und wird nicht hinterfragt. Wie bei Rennradfahrern inzwischen auch. Man darf ja als Helm-Atheist kaum noch wo mitfahren, selbst bei Trainingsrunden ist man ohne die Styroporschüssel nicht mehr willkommen und wird sozial ausgegrenzt!

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  3. Ja, du hast recht, die Versicherungen habe ich dabei vergessen. Auch solche selbsternannten „Radlobbys“ wie den ADFC, der schon seit 1998 munter gegen einen Beschluß der Bundeshauptversammlung verstößt und Helmpropaganda macht. Kleine Begebenheit am Rande: beschwert man sich über besonders üble Helmpropaganda einer Kreisvorsitzenden mit Hinweis auf diesen Verschluß wird vom (damaligen) Landesvorsitzenden abgebügelt mit dem Hinweis, er geht jetzt in Urlaub. Immerhin, die Kreisvorsitzende ist jetzt nicht mehr Kreisvorsitzende. Sondern natürlich Landesvorsitzende.

    Jedenfalls, die letzten zwei Punkte habe ich schnell auf dem Handy runtergeschrieben. Da fällt auch noch der Hinweis dass der Helmwahnsinn bei Kindern immer schlimmere Blüten treibt. Ich habe schon Kleinkinder auf Bobbycars mit Helm gesehen, im autofreien Hinterhof. Helm auf Roller breitet sich auch immer mehr aus, leider.

    Was auch fehlt sind Kommentare von Rettungssanitätern, die ja immer so schlimme Kopfverletzungen von Radfahrern im RTW haben. Anscheinend aber keine kopfverletzten Autofahrer. Immerhin, die kriegen auch Gegenwind aus den eigenen Reihen. Beispielsweise hier: https://twitter.com/RedEagleRescue/status/996049508046966785

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  4. Ich trage keinen Helm, weil ich den Nutzen genauso in Frage stelle wie der Blogautor. Trotzdem fahren meine Kinder mit Helm. Warum? Um ihr hübsches Köpfchen vor Beulen und Schürfwunden zu schützen, denn (unbedeutende) Stürze sind an der Tagesordnung und ein Helm auf dem Kinderkopf ist mir da lieber als ein Pflaster, ein Kühlakku oder zwanzig Minuten Geheule.

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    1. Der Helm kann erst zu Unfällen führen, wegen dem gerade bei Kindern nicht unerheblich gesteigerten Umfang und Gewicht. Die Hebelwirkung bei Fall auf die Helmkante kann auch eher zu Schürfwunden im Kinnbereich führen.

      Aber sind deine Kinder.

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    2. Aber warum denn bitteschön nur beim Radfahren…!?

      Und beim normalen Spielen und z. B. auch Rumzackern müssen die keinen Helm tragen? Durften die eigentlich gar ohne Helm laufen lernen…? Wenn sie sich ihre hübschen Köpfchen bei anderen alltäglichen Dingen verbeulen – muss man da als Helikoptervater nicht ebenfalls vorbeugen?

      Radhelme vergrößern den Umfang des Kopfes grade bei Kindern um fast das Doppelte – wenn nicht noch drüber. Wie sich das im Einzelfall auf das Genick auswirkt…!?

      Jeder, der seine Kinder an „Helme“ gewöhnt, sorgt dafür, dass jene Generation mit einer kommenden Helmpflicht überhaupt keine Probleme haben wird.

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  5. So sehr ich auch dafür bin, sich eine eigene Meinung zu bilden und die Autoritäten in Frage zu stellen, diesen Beitrag kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen.

    Die Argumente gegen einen Helm sind also: Er hilft nur in seltenen Fällen und wenn man sich doof anstellt kann er auch schaden? Wenn ich mir den Anschnallgurt um den Hals wickle, gilt dort das gleiche. Eine Brille wird bei Autounfällen auch (selten) in das Gesicht des Fahrers gedrückt, also lieber ohne Brille fahren? Hosen (insbesondere Jeans) können bei heftigen Stürzen aufribbeln und sich dann mit der Haut verbinden (sehr schmerzhaft), also lieber nackt Fahrradfahren?

    Ich habe aus persönlicher Erfahrung schon zwei Unfälle Fahrrad gegen Auto (ich war auf dem Rad) überstanden, die ohne Helm nicht so abgelaufen wären. Beide Unfälle mit Aufprallgeschwindigkeit > 25 km/h, der Kopf landete auf Windschutzscheibe/Motorhaube/Kofferraum. Selbst wenn ich nur einen solchen Unfall mit höherer Wahrscheinlichkeit überstehen kann, bin ich bereit Helm zu tragen.

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    1. Wie wenig ein Radhelm bringt, kann man sich doch eigentlich unter umgekehrten Voraussetzungen recht gut vorstellen: wenn nicht der Kopf behelmt, sondern ein Auto mit ca. 2 bis 3 cm (durchlöcgertem…) Styropor überzogen wäre.

      Glaubt man ernsthaft, dass dieser Hauch von Nichts bei einer Kollision die Schwere der Verletzungen nennenswert mindern würde? Was er aber auf jeden Fall bewirkt: Durch den deutlich erhöhten Umfang stößt man natürlich viel eher und früher an…

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      1. Nur das dieser Vergleich absoluter Humbug ist.

        Der Helm wirkt ja nicht nur, weil er ne Styroporschicht hat. Er besteht aus einem Styroporund einem verklebten Hartkunststoff – was eine Verwindungssteife Konstruktion ergibt. Dazu ist er rund – und wer in Physik aufgepasst hat weiß, wie das mit der Kraftaufnahme und runden Formen ist. Durch die Form wird die Kraft des Aufpralls auf eine Fläche am Helm verteilt, ergo die unter dem Helm puntuell wirkende Kraft ist geringer (als ohne Helm), die summierte Kraft pro Fläche ist gleich (wie mit ohne Helm). Und schon haben wir das Risiko eines Traumas stark reduziert. Dazu kommt noch das Innengestell (der Helm liegt ja nicht direkt am Kopf an), was wieder Kraft aufnimmt durch elastische Verformung des Kopfbandes.
        Das Ganze ist Vergleichbar mit einer Knautschzone. Eine einwirkende Kraft wird auf möglichst viele Komponenten verteilt, welche dann alle kaputt gehen und somit die Kraft vom Fahrerraum fernhalten.
        Eigentlich ganz simpel so nen Helm. Aber diese wichtigen physikalischen Aspekte werden hier gerne ausgeblendet. Selbst die verlinkten Beispiele des Blogautors sind physikalisch zwar korrekt, mechanisch aber absolut falsch da sie essentielle Systemkomponenten außer Acht lassen.

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  6. Bei Kindern könnte man meines Erachtens noch erwähnen, dass durch einen verhältnismäßig schweren Helm der Schwerpunkt nach oben wandert. Gerade bei langsamer Fahrt erschwert dies das Halten des Gleichgewichts für das Kind.

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  7. Ich trage Helm. Immer dann, wenn es regnet und das Badehäubchen montiert ist. Im Sommer, als Schattenspender.
    Um mein Haupt vor mechanischeSchäden durch motorisierte Verkehrsteilnehmer taugt er jedenfalls nicht…

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  8. Ein interessanter Einblick in das Denken eines Helmverweigerers. Die Ansichten, dass er das Fahren gefährlicher macht könnte man sogar unterstützen, sicher haben sie einen Funken Wahrheit an sich. Wobei ich jedoch einen absolut riesen Fehler sehe sind die „physikalischen“ Beschreibungen von „HardTalk“ und „Fahrradzukunft“. Diese lassen die absolut wichtigsten Funktionen eines modernen Helmes komplett raus. Und zwar Folgendes.
    Am Anfang gab es Helme die nicht mehr als nen gepolstertes Lederdingen auf dem Kopf waren, ohne Abstand und Aufhängung durch Innengestell, Hartschale in runder Form oder sonstigen Rafinessen. Hier unterschreibe ich absolut, dass kaum Wirkung vorhanden ist. Die Aufprallenergie wurde nur durch ein etwa 1cm Polster abgefedert. Oder wie „Fahrradzukunft“ schreibt, „Auf das Auto übertragen entspricht ein Fahrradhelm also der Idee, die meterlange Knautschzone und den Gurt durch ein paar Zentimeter Styropor zu ersetzen.“
    Und hier liegt das Problem. Die Herren haben das Grundprinzip eines modernen Helmes absolut nicht verstanden (oder verstehen wollen). Und bei Fahrradzukunft finde ich es fatal, dass der Autor als Naturwissenschaftler so dilletantisch da dran geht. Aber gut. Physiker sind eben keine Ingenieure 😉
    Der Kern des Helmes besteht aus Füllmaterial mit Kunststoff überzogen in einer Rundform. Was den Helm verwindungssteif macht. Hinzu kommt, dass Kräfte von einer runden Form sehr gut aufgenommen werden und verteilt werden. Bedeutet, alleine die „dünny Styroporschicht“ mit dem Kunststoff außen verteilt die Einschlagsenergie von einem Punkt auf eine größere Fläche. Dieses mindert schon einmal die Gefahr eines Schädel-Hirn Traumas erheblich. Dann kommt allerdings ein noch viel wichtigerer Punkt dazu. Diese Styroporschale liegt ja nicht direkt am Kopf auf. Richtig getragen ist, dank Innengestell, immer ein wenig Luft zwischen Kopf und Schale und der Helm berührt den Kopf nur mit dem Innengestell. Das führt zu weiteren Effekten. Die Einschlagsenergie wird dank der runden Helmform (die ja sehr steif ist dank des Hartplastiks um das Styropor) auf den gesamten Helm verteilt. Weiter wird diese über das Innengestell an den Kopf weiter gegeben. Dieses Gestell wird sich bei hohen Kräften dehnen und runterrutschen bis die eigentliche Helmschale den Kopf berührt. Was wieder Energie aufnimmt, vorzustellen wie eine einfache Feder (auch Kunststoffe haben ja bestimmte Elastizitäten). Ergo haben wir viele Effekte bei einem modernen Helm. Erst einmal ein Verteilen der Aufschalgsenergie von einem Punkt auf eine größere Fläche (wohl die größte Errungenschaft des Helmes), den Federeffekt des Innengestells und dann der letzte (wenig wirksame) Effekt, dass eben noch das bisserl „Styropor“ als Knautschzone dient.
    In den verlinkten Betrachtungen auf deiner Seite wurde nur der letzte Effekt besprochen der, zugegebenermaßen, nicht viel bringt. Die ersten beiden Effekte jedoch werden in jeder deiner Betrachtungen außen vor gelassen. Ich kann es verstehen, berechnen möchte ich das auch nicht, da man nicht laienhaft sagen kann wie weit sich zB die Einschlagsenergie über die Fläche verteilt und Elastizitätseffekte der Materialverbände mit einbeziehen muss. Was nicht so wirklich einfach ist. 😀
    Ich möchte damit auch nicht sagen, dass ein Helm immer helfen würde und die ultimative Sicherheit bietet. Bei weitem nicht. Auch hat er natürlich Risiken, die es abzuwägen gilt. Für meinen Teil hat er mir schon mehr als einmal den Kopf gerettet, bei kleinen und großen Unfällen, und würde nie wieder darauf verzichten. Wenn man in NL mit gemütlichen 15km/h druch die Stadt gondelt mag das anders sein (da habe ich auch nie einen aufgehabt – wozu?). Aber spätestens beim sportlichen Radfahren (Rennrad oder MTB) ist man schon sehr fahrlässig ohne unterwegs zu sein. So nen Baum ist etwas stärker als die Schädelplatte, von der Straße ganz zu schweigen. Und irgendwann fällt jeder mal. 😉
    Interessant fände ich nun, warum diese Effekte eines modernen Helmes komplett außen vor gelassen werden? Hier wird nur so getan als ob man sich auch ne Styroporplatte auf den Kopf schnallen kann – was ausgemachter Blödsinn wäre. Du scheinst ein intelligenter Typ zu sein. Aber bei dem Thema hat das doch nen sehr faden und undruchdachten Beigeschmack der viele Dinge außer Acht lässt bzw. so dreht wie es dem Autor gerade passt. Warum ich darauf anspringe? Ich habe Twittereinträge gelesen bei denen darüber gesprochen wurde bei der Verkehrserziehung mal mit „Faktren“ auzuwarten. Das Helme auch bei Kindern Blödsinn seien – und das finde ich mit einer solche extrem dünnen und faktisch falschen Faktenlage mehr als bedenklich.
    Ride safe and have fun 🙂

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    1. Ich habe noch nie gehört, man müsse Gurte im Kfz nach einer Vollbremsung austauschen. Fahrradhelme halten die Hersteller für derart fragil, dass man sie quasi andauern durch neue ersetzen müsste. Ein bisschen Zweifel säht das schon – oder es ist nur Haftungsvermeidung und PR-Geblubber.

      Da die Mehrheit der Radfahrer mit Helm ebendiesen falsch trägt,deine Überlegungen aber sicherlich voraussetzen, dass er richtig getragen wird, hat das für die meisten getragene Helme keine Relevanz, weil die Träger sich selbst gefährden (Schlag ins Genick, erdrosseln etc.).

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      1. Weil Gurte und Helme völlig unterschiedlich funktionieren?
        Gurte bestehen aus einem Nylongewebe und halten einen fest – da reißt Nichts und es passierts nichts Destruktives. Der ist einfach nur als Barriere da um den Körper davon abzuhalten nach vorne zu fliegen, ohne selber Schaden zu nehmen bei Gebrauch. Zum Vergleich kann ein einzelner Gurt mehrere Tonnen Gewicht halten, ohne das auch nur nen Kratzer dran kommt. Sollte also selbst einen Crash ohne jelgiche Probleme aushalten. Und wenn der auch nur Ansatzweise reißt, dann ist eh alles zu spät. Daher muss man da auch nichts tauschen, die Grenzen des Materials sind extrem hoch gesetzt.
        Ein Helm arbeitet eben nicht so. Er ist nicht einfach nur eine fest Barriere. Ein Helm nimmt die Kräfte auf und absorbiert sie mit seiner Form und seinem Material. Die Kraft wirks puntuell auf den Helm ein, durch die Form und harte Außenschale wird diese Kraft über die Oberfläche verteilt. Diese Kraft wirkt dann von der Außenschale auf die Innenschale („Styropor“ oder besser EPS). Da dieses Material andre Eigenschaften hat als die Außenschale, verhält es sich auch anders. Bedeutet es wrd anders zusammengedrückt und wirkt ja auch als kleine Knautschzone. Während zB das äußere Material quasi null elastische Verformung aufweisen kann. Es können dabei also mehrere Dinge auftreten. Risse (von Mikro bis groß) in der Außenschale, Durch Verschiebeungen Delaminierung der Außenschale von der Innenschale (und damit keine weitere Kraftübertragung mehr bei Folgeunfällen), Verformung der Innenschale (auch in nicht sichtbaren Bereichen) und so weiter.
        Und das ist der Grund warum man ihn nach einen Sturz tauschen sollte. Man kann nicht garantieren, dass in nicht-sichtbaren Bereichen ein Defekt vorliegt und damit die Sicherheit nicht mehr voll gegeben ist. Ein Helm ist eben doch mehr als ne „dumme“ Styroporschale. Einfach, aber Wirkungsvoll.
        Würde er das nicht tun und dazu konzipiert sein nicht kaputt zu gehen (wie ein Autogurt), könnte man genau so gut ne Metallschüssel auf den Kopf setzen und jegliche Kritik in diesem Blog wäre absolut berechtigt – denn dann würde der absolut Nichts bringen.
        Ich frage mich echt wie man auf den Vergleich kommt…. Aber gut.

        Und ja, nen Problem ist bei Vielen, dass die ihn falsch aufsetzen. Was der generellen Wirksamkeit des Helmes jedoch keinen Abbruch tut. Man sagt ja auch nicht das Messer nicht funktionieren, weil nen paar Menschen immer die falsche Seite zum schneiden benutzen 😉

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          1. In jedem blöden Testlabor werden seit Jahren Gewichte auf Helme fallen gelassen und die Wirkung auf den Testkörper im Helm gemessen. Wie sehr wird die Kraft verteilt und so weiter. Selbst der TÜV macht den Kram mit. Selbst Crash-Dummies werden genutzt um die Krafteinwirkung auf den Kopf zu testen. Das Ganze für Baustellenhelme, Fahrradhelme, Motorradhelme, Skihelme und und und.

            Bei solchen, sehr technischen, Tests werden allerdings nicht Wirkung des Helmes im Straßenverkehr berücksichtigt. Absolut korrekt. Ich finde das auch etwas schade. Jedoch ist der Grund, dass Menschen mit Helm gerne risikoreicher fahren oder enger tangiert werden, kein Grund dem Helm an sich eine Wirkungsweise abzusprechen. Und die falsch ausgelegten physikalischen „Fakten“ in diesem Artikel erst recht nicht. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Man kann doch nicht einem Mittel, dessen Wirksamkeit technisch einwandfrei getestet wird, die Wirkung absprechen nur weil es keine eindeutig untersuchte Faktenlage gibt? Wenn Du sagen würdest, eine Wirksamkeit kann durch menschliche Faktoren in Frage gestellt werden, könnte man da absolut übereinstimmen. Aber das ein Helm generell Nichts bringt? Subjektiver Kram der nicht mal durch die Links in disem Artikel belegt wird.

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          2. Was es mit diesen Tests in den Labors auf sich hat steht in den Links. Aber die liest du ja eh nicht.

            Belegt wird in den Links auch alles. Aber das interessiert dich ja eh nicht. Das könnte deine subjektive Sicht verletzen. Dass nämlich nichts daran technisch einwandfrei getestet ist. Außer dass Helme bei 5kg schweren Wasermelonen helfen.

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          3. Die Links wurden gelesen. Und die Kritik daran vorgebracht.
            Noch einmal in einfach: Die physikalischen Grundlagen auf welchen diese Tests kritisiert werden sind zwar korrekt berechnet, aber absolut falsch! Und zwar weil das Wirkungsprinzip eines Helmes nicht nur aus einer dünnen Styroporschale besteht die für eine einfache Punktlast als Knautschzone dient. Das absolut inwrksam. Und genau davon gehen diese Links aus. Kraftverteilung über die Fläche des Helmes (was die absolut wichtigste Grundlage für die Funtion ist), Sandwichkonstruktion, Innengestell – alles Dinge die außer acht gelassen wurden. Das habe ich nun schon mehrmals in die Kommentare geschrieben – aber irgendwie wird diese Kritik ja gerne „überlesen“ von dem lieben Blogautor 😉

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          4. Ich habe es nicht überlesen, aber wenn das so einfach wäre, wieso zeigen die ganzen vielen Studien und Untersuchungen und was weiß ich das nicht? Fakt ist einfach: du kannst keine Belege liefern, nur Behauptungen. Deswegen beleidigst du auch lieber.

            Übrigens, man erkennt auch in der Statistik ganz genau, welche Links angeklickt werden. Aber du hast sie sicher von Hand in die Adresszeile kopiert.

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        1. Man kann doch nicht einem Mittel, dessen Wirksamkeit technisch einwandfrei getestet wird, die Wirkung absprechen nur weil es keine eindeutig untersuchte Faktenlage gibt?

          Ist das nicht in sich widersprüchlich?

          Die physikalischen Grundlagen auf welchen diese Tests kritisiert werden sind zwar korrekt berechnet, aber absolut falsch!

          Das nicht auch?

          Wenn ich richtig informiert bin, werden Fahrradhelme dadurch getestet, dass was drauf fällt, aber das passiert doch eher selten. Helme fallen in der Regel an einem Körper befestigt auf was und schlittern womöglich danach weiter. Dass dürften andere Kräfte sein, als im Test.

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          1. Wenn man sagt, dass die Wirksamkeit im Test einwandfrei bestätigt ist, dann wiederspricht sich das in diesem Fall nicht mit einer nicht eindeutig untersuchten Faktenlage im realen Straßenverkehr. Die technische Wirksamkeit kann man im Labor untersuchen und feststellen. Passiert und ist ganz klar, Ergebnisse sind belegt und eindeutig. Die Faktenlage in der Realität eindeutig zu untersuchen ist dagegen nicht so einfach.
            Oder wie wollen Sie bei tausenden Helntragenden und x unverzeichneten Unfällen (Bei denen evtl. dank Helm kein Personenschaden zustande kam und daher niemand gemeldet hat – nur eventuell), sowie tausenden Unfällen wo nicht klar ist das die Person so gefallen ist das der Helm nun einen Ausschlag gegeben hat oder nicht, eine eindeutige Aussage trefen? Sie könnten ALLE Radfahrer einen Helm tragen lassen und JEDEN Unfall statistisch aufarbeiten, wie es zB mir Einführung der Gurte in KFZ über wenigfe Jahre passiert is (da hier ja vergleichsweise kaum eine Dunkelziffer an Unfällen herrscht und Gurte ja doch über die Jahre quasi normal wurden), dann hätten Sie evtl ein aussagekräftige Bilanz der Fahrradhelme in der Realität. Leider jedoch ist das mit der aktuellen Situation nur mit starken Unsicherheiten möglich, was alleine diser Blogeintrag ja schon in der Diskrepanz der Belege wiederspiegelt. Man muss ja einen Vergleich haben in denen Unfälle ohne Schaden und mit Schaden miteinander abgleichbar sind. Und zwar eindeutig zuzuordnen.

            Und nein. Es ist für die Kraftübertragung völlig unerheblich ob etwas auf den Helm fällt oder Folgendes Auftritt: „Helme fallen in der Regel an einem Körper befestigt auf was und schlittern womöglich danach weiter.“
            Die Krafteinwirkung auf die Außenschale mit Verteilung auf Fläche und Absortbtion durch Material. Ob der Helm sich auf ein langsamerers Objekt zubewegt (Sturz auf Gegestand) oder ein schnelleres Objekt auf den Helm (Gewicht fällt auf stehenden Helm) ist für die Krafteinwirkung unerheblich. Es endet immer damit, dass eine Kraft auf den Helm einwirkt, was der Ansatzpunkt des Helms ist. Grundlagen der Physik, könnte man schon ab der weiterführenden Schule im Stoff gehabt haben.

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          2. Im Gegensatz zum Hausherren dieser Seite sage ich nicht, dass der Helm ganz sicher nicht bringt. Wie du richtig sagst, dürfte es sehr schwer sein, die Frage empirisch ordentlich zu bearbeiten.

            In meinem Physik-Unterricht galt F = m * a, demnach ist das die Masse schon von Bedeutung. Und wenn jemand schräg fliegt, wirkt nicht nur die Erdanziehung g, sondern es ist erst einmal die resultierende Gesamtbeschleunigung zu ermitteln.

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          3. Der Helm hat seine Schwächen, das ist auch absolut nicht umstritten. Aber solange es Nichts besseres gibt (Und nein diese Airbags mit dem Riesenkragen kenne ich und sind sicher effizient – aber der Kragen ist doch eher nervig).

            Noch einmal die Sache mit den Kräften. Ja, die Grundlegende Defintion ist F=m*a. Bedeutet die Beschleunigung des Körpers sowie die Masse spielen immer eine Rolle – also auch das Radlergewicht. Das ist absolut klar und unbestreitbar. Genau wie die Erdbeschleunigung immer eine Rolle spielt. Wir sind hier nicht außerhalb des Einflussbereiches unseres blauen Globus.

            Bei einem Unfall wird der Radfahrer sich wohl zumeist auf ein Hindernis zubewegen. Die auftrentende Kraft bei einem Aufprall ist also natürlich von der Masse und Geschwindigkeit des Radlers abhängig. Testverfahren lassen den Helm auf ein Hindernis zubewegen oder einen Körper auf den Helm zubewegen.

            Im Endeffekt gilt immer „Actio est Reactio“. Ergo egal ob das Dingen auf den Helm fällt oder umgekehrt, es wird immer Kräfte in beide Richtungen geben, Kraft und Reaktionskraft. Helm sowie Hindernis (Oder was auch immer) werden der gleichen Kraft ausgesetzt. Mit einem Unterschied. Der Gegenstand reagiert oft mit Verformung (auch nicht-elastisch, sprich nimmt Schaden) oder sonstwas. Sobald die Kräfte zu groß werden für elastische Verformung tritt ein Schaden ein (nicht-elastische Verformung) am jeweiligen Körper. Da der Kopf hier relativ wenig aushält (bisschen Fleisch und darunter nen realtiv steifer und zerbrechlicher Schädel), erledigt beim Kopf der Helm unter elastischer/nicht-elastischer Verformung einen großen Teil der Energieaufnahme. Und gibt nur den verbleibenden Teil der Energie weiter an den Kopf. Und das auch nicht als Punktlast, sondern verteilter Last. Aufgrund von F=p*A kommt mit erhöhter Fläche weniger Energie beim Kopf an, was dann schlussendlich vor Traumata schützen kann.

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  9. Leute, machts euch doch nicht so schwer! Wenn das Aufsetzen eines Fahrradhelms tatsächlich Leben retten würde, könnte man es allmählich anhand der Verkehrstotenstatistik im Vergleich zu Fußgängern ablesen. Da tut sich aber nichts, und wenn noch so viele Leute behelmt radeln. Fußgänger sind eine prima Vergleichsgruppe, da genauso verletzlich wie Radfahrer und erstaunlicherweise trotzdem noch nicht im Fokus der Helmwerbung. Ihr könnt es selbst prüfen, die Zahlen liefert die vollkommen unverdächtige Bundesanstalt für Straßenwesen regelmäßig.
    Was man übrigens gut an den BaSt-Zahlen erkennen kann, ist die Einführung des Airbag Mitte der 1990er Jahre. In dem Zeitraum ist die Zahl der getöteten Kfz-Insassen im Vergleich zu Unmotorisierten deutlich gesunken. Gefährlich bleibt es außerhalb der Autos, egal ob mit oder ohne Helm. Es gibt nur einen Weg zu weniger Getöteten: weniger Autos, kleinere Autos und strenge Tempolimits. Die Helmdebatte lenkt nur davon ab.

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    1. Ah ok.
      Also ein Fußgänger mit 5-7km/h Durschnittsgeschwindigkeit ist genau so gefährdet wie ein Radfahrer mit 15-30km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Fußgänger, die sich so gut wie nie auf der Fahrbahn aufhalten oder mit 30km/h durch dichte Bäume kacheln, mit Radlern zu vergleichen die genau das tun. Ok. Bestimmt ein absolut passender Vergleich – nicht…
      Erstmal ist die Gefährdungslage aufgrund des normalen Aufenthaltsortes (Abgetrennter Fußweg vs Fahrbahn oder Radweg) absolut Anders. Dazu die Rekationsgeschwindigkeiten bei 7km/h vs 30km/h. Und als Letztes die Geschwindigkeit mit der man auch von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden muss – ist auch nen wenig anders. Das passt vorne und hinten nicht.
      Passender sind da schon Motorradfahrer, wobei auch die den Unterschied der deutlich höheren Geschwindigkeit haben und daher auch schlecht heran zu ziehen sind. Man könnte sagen ein Fahrrad ist irgendwo in der Mitte. Aber wahrscheinlich sind Radhelme deswegen meistens leichte Halbschalenhelme statt die schweren und dicken Vollhelme der Motorradfahrer – nur so ne Vermutung.

      Ich kann die Argumente des Blogautors schon verstehen. Und sehe Einiges auch absolut ein. Und fahre in sicherer Umgebung und mit niedrigem Tempo auch gerne ohne Helm (zB. in dern Niederlanden oder auf den deutschen Inseln). Aber wenn Vergleiche kommen, dann doch bitte in irgendeiner Form sinnvolle.

      Das es im Endeffekt wichtig ist den Autoverkehr zu reduzieren und auch strenger zu reglementieren ist denke ich klar. Dennoch behalten Helme auch dann noch einen Nutzen. Rennradfahrer ohne Helm zB halte ich für völlig verrückt. Wenn man da stürzt ist das alles andere als witzig, die Energie möchte ich nicht an meiner Schädelplatte spüren. Wichtig ist aber, dass die Helmdebatte aufgrund vernünftiger Fakten geführt wird. Und das Stört mich zB sehr. Diese Pseudophysikalischen Argumente in diesem Beitrag, die quasi alles Wichtige außen vor lassen. Wenn man das als Basis nimmt, ist man quasi ähnlich wie die Impfverweigerer und Querdenker. Die argumentieren auch mit ziemlichen Blödsinn und meinen dann das wären „Fakten“, ohne mal Kritikern zuzuhören.

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      1. „Diese Pseudophysikalischen Argumente in diesem Beitrag, die quasi alles Wichtige außen vor lassen. Wenn man das als Basis nimmt, ist man quasi ähnlich wie die Impfverweigerer und Querdenker. Die argumentieren auch mit ziemlichen Blödsinn und meinen dann das wären „Fakten“, ohne mal Kritikern zuzuhören.“

        Geh woanders trollen.

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        1. Lieber Martin.
          Dann überarbeite das Ganze doch mal sinnvoll und Objektiv. Statt so einen Stuß als „Fakten“ zu verkaufen und es anderen Menschen – die vllt. noch weniger davon verstehen als Du – damit eine scheinbar „wissenschaftlich“ fundierte Grundlage zu geben einen Helm abzulehnen. Ich habe echt gar nichts gegen eine Debatte. Und sicher sind einige Argumente auch korrekt. Und gegen eine Helmpflich und Co habe ich auch was. Genau wie ein Helm Unfälle nicht verhindern kann, wie Manche das gerne suggereieren. Sehr wohl aber die Schlimmsten Folgen.
          Was dieses Thema angeht scheinst Du keinesfalls objektiv oder sachlich zu sein, auch sehr kritikresistent – dafür muss man nur mal Helmdiskussionen mit Dir auf Twitter druchsuchen. Und da liegt eher das Problem warum ich hier, in deinem Blog, ‚trolle‘. Jeder sollte selbst entscheiden dürfen ob er einen Helm trägt oder nicht. Aber das aufgrund wirklich korrekter Fakten. Und nicht irgendwelcher subjektiver und falscher Argumente, wie Du sie hier lieferst. Deswegen auch der vergleich mit Impfverweigereren. Die hauen auch unwissenschaftlichen Unfug in die Welt, und irgendwelche Idioten glauben denen dann. Ist Dir vllt. nicht gerecht und ich bin sicher, dass Du es besser kannst. Nur eben nicht bei diesem Thema…

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          1. Deiner Meinung nach müsste also der Nutzen eines Fahrradhelmes ganz leicht zu beweisen sein. Wieso tun sich dann bisher alle Studien so schwer damit? So schwer, dass die Industrie gar nicht mit einem Wirkeffekt wirbt?
            Insofern stellt sich hier die Frage gar nicht, wer hier versucht Stuß als Fakten zu verkaufen. Die zahlreichen Links im Artikel interessieren dich ja offensichtlich gar nicht, deinen Co-Kommentator Jürgen pffensichtlich auch nicht. (Übrigens beide interessanterweise von der gleichen IP aus dem Telekom-Netz, beide ähnliche Mailadressen, beide zu ähnlicher Zeit hier aufgeschalgen. Rein zufällig natürlich)

            Argumente habe ich genug gebracht. Stehen alle im Artikel, sind leicht zu finden und mit Fakten untermauert.

            Kritik nehme ich gerne an. Sofern sie mit Fakten unterfüttert ist statt mit Beleidigungen. Und den Versuch, mich in die Nähe von rechten Spinnern zu bringen, empfinde ich als Beleidigung. Das werde ich nicht mehr hinnehmen.

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