Wahl: Die Programme – SPD

Eigentlich wollte ich heute mit einer der kleineren Parteien weiter machen. Aber da die SPD so nett war und Samstag ihren Stand vor dem benachbarten Supermarkt hatte, und mich die SPD-Mitglieder voll labern wollten, heute diese Partei.

Das Wahlprogramm

Das Programm gibt es als HTML-Seite, garniert mit viel Javascript. PDF? Fehlanzeige. Oder gut versteckt. Immerhin ist es ausführlicher als das der CDU, und bietet nicht nur Stichpunkte. Für mich eher ein Nachteil, denn so schön zitieren und meinen Senf dazu geben wird natürlich schwieriger.

Als Nachteil sehe ich die Verwendung des Gender-Sterns. Ich halte ihn für einen fürchterlichen, den Lesefluß hemmenden Blödsinn.

Überschrieben ist der Punkt Verkehr im Programm mit „Verkehrskollaps abwenden und umweltverträgliche Mobilität schaffen“. Mal sehen.

Dass der Autoverkehr ein massives Problem ist wird immerhin erkannt. Aber dann

Wir wollen nicht das Autofahren an sich verteufeln. Diese Haltung wäre unehrlich und wirtschaftlich unklug. Wir wissen und schätzen es auch, dass ein großer Anteil des wirtschaftlichen Erfolgs unserer Stadt auf den Erfolgen der hiesigen Automobilindustrie beruht.

Bloß nicht anecken. Und denkt denn keiner an die Arbeitsplätze! Kurz vorher übrigens

Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft werden an mehreren Stellen in der Stadt nicht eingehalten.

Ist doch nicht so schlimm. Sind doch bloß ein paar Stellen. Vermutlich genau die Stellen, an denen gemessen wird.

Dann folgen einige gesalbte Worte über den ÖPNV. Bevor die Tunnelpartei wieder ihr hässliches Haupt erhebt.

Dazu können auch Autotunnel gehören, wie wir es zum Beispiel in Feuerbach, in Heslach, in Vaihingen, in der Pragstraße oder in der Neckarvorstadt realisiert haben bzw. derzeit realisieren. Zur Entlastung der Bewohner*innen von Zuffenhausen unterstützen wir eine neue Tunnellösung für die verkehrsträchtige B10/B27.

Also kein Unterschied zu der anderen Tunnelpartei, der CDU. Kommt noch was wieso man die wählen soll statt dem Original? Aber ja. Nach langen Worten zum Auto und damit Autofahrer die Erkenntnis: der Mensch ist Fußgänger. Pardon, Fußgänger*in. Aber nur der Mensch, nicht der/die Mensch*in.

So, das war’s schon zum Fußgänger. Weiter geht’s mit dem ÖPNV. Wer wissen will, was dabei genau gefordert wird sollte es sich im Programm zu Gemüte führen. Entweder in dem der SPD oder in dem der CDU. Es ist kein Unterschied zu erkennen.

Außer einem: die Erwähnung von Stuttgart 21. Die SPD glaubt immer noch tatsächlich die alten Versprechungen, dass der Tiefbahnhof leistungsfähiger werden soll. Und nicht nur das, dass dieses Schwarze Geld-Loch positive Effekte auf den Nahverkehr haben soll, das ist ein Punkt, den nur die SPD. Oder eher glaubt.

Irgendwann dann natürlich auch die Seilbahn. Darf wohl nicht fehlen.

Aber jetzt! Ein Unterschied zur CDU, die Forderung nach einem 365 Euro-Jahresticket. Wer jetzt denkt, das wäre der SPD ganz von selbst eingefallen, der irrt. Das ist eine alte Forderung der Fraktion SÖSLinkePlus im Gemeinderat. War auch schon im Ausschuß und Gemeinderat. Ratet mal, wer zusammen mit CDU und Grünen(!) dagegen gestimmt hat. Die Piraten sind da noch weiter, kostenloser ÖPNV in Stuttgart.

Völlig unglaubwürdig wird es bei der Finanzierung. Die Arbeitgeber sollen das finanzieren. Weil:

Eine zentrale Ungerechtigkeit der von den Grünen geforderten Nahverkehrsabgabe liegt darin, dass Polo-Fahrer*innen den gleichen Beitrag wie  Porsche-Fahrer*innen leisten sollen.

Also erstmal, liebe SPD: die Arbeitgeber sollen dann für alle das Ticket zahlen? ALso nicht für ihre Arbeitnehmer? Nur weil einer eine dreckigere Karre fährt als der andere? Wie ist dieses Porsche-Fahrer-Bashing eigentlich zu verstehen, wenn in Stuttgart das Stammwerk von Porsche ist. Da traut ihr euch aber was.

Hamwer auch was für Radfahrer? Ja klar. Unterstützung des Radentscheids. Zu mehr hat es nicht gelangt. Also mal wieder kopiert.

Aber jetzt, worauf alle gewartet haben. Die Elektromobilität soll es richten. Aber da fällt nur AUto ein. Welche Probleme löst nochmal ein Elektroauto, außer die Emissionen aus der Stadt raus zu verlagern? Richtig, keine.

Und Brennstoffzelle? Eine riesige Strommenge wird aufgewendet um Wasserstoff herzustellen. Der dann wieder zur Stromerzeugung genutzt wird.

Synthetischer Kraftstoff dann noch. Geil. Das man gerade in Stuttgart riesige Probleme hat weil man dem ganzen Aufkommen an Autos nicht mehr gerecht werden kann, weder fahrend noch stehen,d das wird uner den Tisch gekehrt. Stattdessen hangelt man sich von alternativem Antrieb zu alternativem Antrieb zu der ganz alten Scheiße, die Opa noch aus dem Krieg kennt.

Ey echt, ey. Viel Spaß beim weiteren Sturz in die Bedeutungslosigkeit. Und nicht vergessen: wer hat uns verraten…

Fazit

Geh mir fort mit dieser Partei.

 

 

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Ein Kommentar zu „Wahl: Die Programme – SPD

  1. Die SPD, eine ehemalige Arbeiterpartei, hat in den letzten Jahren Hochverrat an ihren Wählern begangen.
    Haben die es immer noch nicht geschnallt, dass es die Grünen und die Linke nur deshalb gibt, weil die SPD es total verkackt hat?

    Gefällt 1 Person

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