#Radvent, #Radvent, ein Fahrradlicht brennt

Hachja. Die beschauliche Adventszeit ist vorbei. Zeit, sich ein leuchtendes Beispiel der angedrohten Fahrradförderung der Stadt Stuttgart näher anzuschauen. Gemeint ist die Aktion #Radvent. Genauer gesagt, waren es ja vier „Aktionen“.

Vier Aktionen rund ums Rad im Dezember

Viele Radlerinnen und Radler sind auch im Herbst und Winter in Stuttgart unterwegs. Sie treten bei Wind und Wetter, Kälte und Schnee in die Pedale. Um den Radverkehr in dieser Jahreszeit zu stärken und noch attraktiver zu machen, läutet die Landeshauptstadt den #Radvent ein. In jeder Adventswoche wird es eine Aktion, einen Service oder eine Maßnahme zum Radverkehr geben.

Text der Stadt Stuttgart zu den Aktionen
Radverkehrsförderung auf Stuttgarter Art

Service auf stuttgarterisch

Das klang spannend. Und so war es dann auch. Gleich die erste Aktion war ein voller… ähm.. Erfolg. Seit dem 29.11.2019 gibt es die erste Fahrrad-Servicesäule in der Fahrradstraße Eberhardstraße. Nun gut. Eine öffentlich zugängliche Luftpumpe samt Werkzeug ist nicht grundsätzlich schlecht. Ich hab sie nicht ausprobiert, aber offensichtlich wird der Druck manuell aufgebaut. Was nicht schlecht sein muss, denn dann geht weniger kaputt. Aber trotzdem. Auch wenn es wieder mal ein Pilotprojekt sein soll, ist das schon ein wenig ärmlich.

Mehr Licht

Aber dann weiter zum zweiten #Radvent. Der stand unter dem Motto „Mehr Sicherheit in der dunklen Jahreszeit“. Nach dem durchschlagenden Erfolg einer ähnlichen Aktion letztes Jahr also auch dieses Jahr wieder Lichtkontrollen von Fahrrädern. Im morgendlichen Berufsverkehr. Man kann nur den Kopf schütteln. Macht die Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei eigentlich auch solche Kontrollen im Berufsverkehr bei Autofahrern? Also mit aufhalten derselben? Ich glaube nicht. Und was will man wohl erreichen? Da werden Rad-Pendler gestoppt, im Dezember, bei den Temperaturen. Was erwartet man da eigentlich. Hat man eine Idee, welches Klientel da erreicht werden soll. Das ist keine Fahrradförderung, das sind Fahrradrepressalien. Genauso war es dann. Mit Unterstützung zweier Bürgermeister und der Leiterin der Stuttgarter Verkehrspolizei wurden ganze 5 Fahrräder ohne Licht aus dem Verkehr gezogen, beziehungsweise die Fahrer wurden zum Schieben verdonnert. 5. Von 156. Und natürlich war diese Aktion wieder mit Unterstützung vom örtlichen ADFC. Der lieber schlechte Radwege bejubelt, auf Helme hinweist und, in diesem Fall, Rucksacküberzieher in neongelb zu verteilen statt den Finger in die Wunde zu legen und auf Gefahrenstellen hinzuweisen.

Radfahrer-Massen

Nein, nicht die Crtitical Mass, die in hierzustadt eine angemeldete Demonstration ist, keine echte CM. Aber Aktion Nummer 3 war sicher so geplant. Kann ja nicht anders sein. Sonst hätte man sich sicher was überlegt. Okay. Vermutlich hat man sich wieder mal nichts überlegt, und war dann überrascht, das man sich wieder ein Thema aus den Fingern saugen musste. Da kam es gerade recht, dass just in der Woche die eine Millionste Radfahrt auf der König-Karls-Brücke gezählt wurde. Trotz der bekannten Unzulänglichkeiten der Anlage, die bei mehreren Radfahrern dicht beieinander diese nur als ein Rad zählt, oder sie mal wieder tagelang ausfällt, etc.

Garagen

Nummer 4 lebt! Na gut, leben tut hier nichts. Das vierte Projekt ist wiederum ein Pilotprojekt in der an Pilotprojekten so reichen Stadt. Es geht um Fahrrad-Sammelgaragen. Ob der Ort günstig ist für eine solche Anlage weiß ich nicht. Ich bin zwar nur selten in der Gegend, aber ringsum das Gerberviertel sind sicher viele Arbeitsplätze. Könnte also für Pendler interessant sein. Aber ob die Gegend um den Hauptbahnhof oder ähnliche Stellen nicht mehr Potential hätte weiß ich nicht. Vielleicht wollte man auch nicht zuviel Ansturm, denn dort oder am Bahnhof Vaihingen, oder ähnlichen Orten wären die 20 vorhandenen Plätze sicher sofort vermietet. Trotz des Preises, trotz der weiteren Unzulänglichkeiten, die Mega-Stoffel in seinem Blog-Beitrag treffend beschrieben hat.

Was bleibt

So stellt sich die Verwaltung der Stadt Stuttgart also Fahrradförderung vor. Neben einer vollmundigen Ankündigung von 20 neuen Fahrradstraßen in 2019, die dann nicht gebaut wurden, und Ähnlichen vier lieblose Aktionen, die auch Repressalien und Zufälle beinhalten. Trotzdem steigt der Anteil des Radverkehrs am Modal Split in Stuttgart. Entsprechende Zahlen werden durch persönliche Eindrücke auf den Straßen bestätigt. Aber diese Steigerungen gibt es ganz sicher nicht wegen, sondern trotz der „Anstrengungen“ Stuttgarts.

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