Wochenrückblick KW 12/2020

Diese Woche und die nächsten Wochen wird das Rad(verkehrs)Thema wohl ruhiger werden. Hoffentlich. Denn das bedeutet auch, dass die Leute vernünftig werden und größtenteils daheim bleiben. Und bitte: tut das auch.

Tagesspiegel: Dem Coronavirus – zumindest ein bisschen – davonradeln

So sieht’s aus. Völlig daheim bleiben kann keiner, und wenn man schon raus muss, und sei es nur weil einem die Decke auf den Kopf fällt, dann wenigstens mit dem Rad. Auch mit kleinen Kindern ist eine kleine Radtour gut geeignet um deren Bewegungsdrang zu stillen. Aber halt allein.

Mallorca-Magazin: Radtouristen stornieren wegen Corona Mallorca-Buchungen

Nachdem am Wochenende auf Sylt beispielsweise massenweise Touristen einfielen, und sich Ischgl wohl Drehscheibe für den Corona-Virus war/ist, sind Radsportler wohl etwas vernünftiger.

StZ: Fahrverbot auch während der Coronakrise

Kein Putztipp, sondern eine Meldung wie der FDP jede Krise recht ist um sich bei einigen wenigen Dieselfahrern einzuschleimen.

PM BVZF: Corona-Epidemie – Fahrradwirtschaft zu den Leitlinien der Bundesregierung Pressemitteilung 96 der Bundesregierung vom 16.03. 

Oha. Die Zweiradindustrie scheint mal aufzuwachen und zu bemerken, dass man auch Lobbyismus betreiben kann, statt immer nur zu dulden.

14 Kommentare zu „Wochenrückblick KW 12/2020

  1. Warum fragt die Fahrradindustrie nicht nach, warum Discounter aktuell weiterhin Fahrradartikel verkaufen dürfen als Wochenangebot, die Radläden um die Ecke aber nicht mehr?

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    1. Gute Frage. Die Fahrradindustrie ist leider arg duldsam. Wenn da mal Meldungen kommen, dann ist es in der Regel Helmwerbung.

      Ist das aber wirklich so? Ich kaufe ja eher in einem Laden „um die Ecke“ (im gleichen Haus), der keine Räder im Angebot hat.

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      1. Auf den Webseiten steht nichts davon, dass due Aktionsware zur Zeit nicht rhältlich sei. Also werden die auch Radsachen verhökern, wenn die gerade dran sind. Alle Einzelhändler wie Radläden müssen hingegen schließen. Die Discounter verkaufen auch Bücher und Blumen. Bei den entsprechenden Einzelhändlern darf ich aber nicht rein. 2 Leute im Buchladen ist halt gefährlicher als 40 im Discounter.

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  2. Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit der Frage Lobbyarbeit ‚Fahrrad‘. Leider musste ich feststellen, das es nicht denen EINEN Lobbyverband beim Thema ‚Fahrrad‘ gibt. Heilloses Durcheinander. Da rühren zu viele Köche am Brei rum- ohne nennenswerten Erfolg. BVZF, ZIV, ADFC, VCD usw. usw.

    Zudem agieren diese ‚Lobbyverbände‘ sehr selbstherrlich, rückwärtsgewandt in ihrer Organisationsstruktur und sehr unklug. Marketing & PR sind eine Katastrophe/Desaster.

    Bsp.: Der Autolobbyverband VDA hat es über die Jahre erfolgreich geschafft, sich mit nur 2 Zahlen bei jedem Bürger/Politiker einzuprägen: 2 Millionen Mitarbeiter und 430 Milliarden Umsatz in der ganzen Branche. Damit wusste sofort jeder, wie systemrelevant die Branche ist.

    Die Fahrradlobby hätte das nur so medial kopieren müssen- hat sie aber nicht. Es scheitert bereits daran, das unterschiedliche Zahlen kommuniziert werden. Außerdem hätte sich die Fahrradlobby eines durchschlagenden Arguments bedienen können: Der Gesamtvolkswirtschaftliche Schaden durch das Auto, beträgt lt. Studie jährlich cirka 150 Milliarden Euro -der nicht eingepreist ist. Sprich aus den propagierten 430 Milliarden des VDA werden fluchs bereinigt ’nur noch‘ 280 Milliarden Euro. Diese einprägende Zahl hätte man jetzt ausschlachten können und sich mit der Autolobby anlegen können. Sofern man Eier in der Hose hat…

    Oder schauen wir den ADFC BW an und deren Vorsitzende Zühlke: Seit über 10 Jahren an der Macht und die Bilanz sieht sehr sehr schlecht aus. Das Image das der ADFC BW zwischenzeitlich hat, kommt einer abgehoben selbstgefälligen, Senioren-Funktionärs-Clique gleich, die ‚ auffallend, wohlwollend zahm‘ gegenüber z.B. VM Hermann & Co. eingestellt ist. Selbiges beim VCD BW. Oder warum gibt es so viele Absplitterungen wie Radentscheid, Critical Mass usw.? Die Radfahrer fühlen sich nicht mehr vertreten durch den ADFC & Co. Die Tiefbauämter und Straßenverkehrsbehörden haben weiterhin freie Hand und murksen munter vor sich hin. Kontrolle durch den ADFC: Fehlanzeige.

    Und so tritt der Radverkehr auf der Stelle. Vielerorts ist sogar eine verkehrstechnische Rückabwicklung bzw. Verschlechterung zu beobachten.

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    1. Nur die Verantwortung will keiner von denen übernehmen, die immer genau wissen, wie es richtig wäre, und auch nicht die Arbeitsaufwand, das sollte man zur Ehrenrettung des ADFC und Co. schon sagen. Am Ende bestimmen diejenigen wohin es geht, die ihre Freizeit damit opfern.

      CM; Radentscheid würde ich nicht als Absplitterung sehen. Die CM kommt aus dem US-amerikanischen Kontext und hat andere Ziele und adressierte andere Menschen. Und Radentscheide sind die Analogisierung von Twitter.

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      1. Das stimmt so nicht, Norbert. Ich war früher im ADFC. Das war noch unter dem Vorgänger von Zühlke, nämlich Kimmich. Und das war damals schon vergebens, da auf irgendwas anderes zu hoffen als Helmpropaganda und Radtouristik. Die verkehrspolitische Arbeit wurde von einer Handvoll Aktiven erledigt, die keinerlei Unterstützung erhielten oder gar einen Hinweis auf die Studienlage.
        In „meinen“ Kreisverband wurde dann die Arbeit der Aktiven quasi zerpulvert, als es um Freikarten für einen Event ging.

        Mittlerweile bin ich auf dem Standpunkt mir sowas nicht mehr anzutun. Wieso soll ich einem Verein, Partei, sonst irgendwas beitreten, wenn mir dessen Richtung zuwider läuft? Um einen Richtungswechsel anzustossen? Sorry, dafür ist mir meine wenige Freizeit zu schade um mich mit Ignoranten, Pöstchenschiebern etc. rum zu streiten.

        Übrigens, gerade auf Twitter findet man oft und gern Gegenrede zu Radentscheiden oder ADFC storkscher Prägung und ähnlichen Auswüchsen, Etwas, was man außerhalb davon selten findet.

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        1. Das viele Kritiker eine ADFC-Vergangenheit haben, ist klar. Dennoch dürften die wenigsten mal für die aufwendigen Ämter kandidiert haben und das Feld da breitwillig den Freizeitradlern und Co. überlassen haben. Dann darf man sich halt hinterher nicht wundern, wenn die ihr Ding machen.

          Das schließt sich ja nicht aus, dass die Radentscheid-Leute bei Twitter sozialisiert wurden und es da die immer gleichen „Paraolen“ und „Gegenparaolen“ gibt.

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          1. Die Anmerkungen treffen auch auf mich zu, dass ich mit der Kritik zurückhaltend sein sollte, da ich den Schritt, für die aufwendigen Ämter zu kandidieren, nie gegangen bin und damit das Feld denen überlassen haben, für die es einen Eigenwert hat, von „wichtigen“ Politikern instrumentalisiert zu werden etc.

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  3. So meinte ich das gar nicht, war nur reines Interesse meinerseits, ob du noch im Fahrrad-TUI bist, oder nicht. Warum du nicht mehr im ADFC-Blog schreibst mag ich gar nicht fragen. Da warst du ja schlußendlich eine der wenigen vernünftigen Stimmen.

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