Wochenrückblick KW 25/2020

Spiegel: Die Tücken des Provisoriums

Sehr schön. Langsam wird die Kritik an dem ganzen Brimborium mal gehört. Zwar wird auch hier wieder von Kreuzungsumbau gelabert, der an den wenigsten Kreuzungen geschehen kann, vor allem wegen Platzmangel. Aber immerhin.

Spiegel: „Die Mobilität ist in Deutschland zu sehr auf das Auto ausgerichtet“

Selbst bei Autohändlern findet ein Umdenken statt. Erfreulich.

16 Kommentare zu „Wochenrückblick KW 25/2020

  1. Danke für den zweiten Link. Sehr interessant.

    Säße er vor mir, würde ich nur widersprechen hinsichtlich Subventionierung. Wenn man das mit dem Klimaschutz nur einen Hauch ernst meint, muss Verkehr außer Fußverkehr teurer werden (Radverkehr vielleicht auch nich oder nur moderat). Damit die Teilhabe möglich bleibt (bzw. überhaupt erst wird), müssen Teile der Bevölkerung mehr Geld bekommen, damit die ausreichenf Mobilität realisieren können.

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  2. Radverkehr muss teuerer werden? Warum das denn? Wo ist da die Logik? Emissionsfrei!?

    Das Thema ‚Verkehrswende & Auto‘ wird mit jedem Tag, irgendwie kruder. Gestern meldete die Presse, das die Zulassungszahl im letzten Jahr den Höchststand erreicht hat- deutliche Zunahme zum Vorjahr. Da musste ich erstmal schlucken. Was sagt man dazu? Zudem waren es erschreckend viele SUV’s und vor allem in Großstädten. Allmählich frage ich mich: Was stimmt mit den Deutschen nicht? Wie passt das alles zusammen?

    Schaut man sich Stuttgart an, kann ich das nur bedingt nachvollziehen: Dauerstau im Auto, Bahn kommt nie pünktlich und mit dem Fahrrad weiß man nicht, ob man die Fahrt überlebt. Da nützt auch keine Pop-Up-Lane. Aber deswegen ein Auto kaufen?

    Kann mir jemand den psychologischen Hintergrund erklären? Ist dass, das letzte Aufbäumen bevor der kalte Entzug kommt und die Party vorbei ist? Der Ami definiert sich über seine Waffen- der Deutsche übers Auto. warum ist das so?

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    1. Ich habe nicht gesagt, dass Radverkehr teurer werden muss, sondern nur, dass man das eben nicht einfach von vornherein ausschließen soll, da auch der Radverkehr eben nicht frei von Emissionen/Umwelteinflüssen ist.

      Null ökologisch bedenklichen Einfluss würde ich bei Barfuß-Gehen auf unbearbeiteten Untergrund ansetzen. Schon zu Fuß auf asphaltierten Wegen hat negative Einflüsse auf die Umwelt. Die Betonsteine mussten produziert und eingebaut werden und die Schuhe produziert werden. Mit jedem Schritt kommt es zu Abrieb und Abnutzung. Im Vergleich zum Autofahren marginal, aber eben auch nicht zu 100 % „neutral“.

      Also mein Fahrrad muss ich immer wieder nachfetten, es brauch regelmäßig neure Reifen und irgendwann wird der härteste Rahmen auf den Schlaglochpisten meiner Heimatstadt weich. Somit hat jeder km, den ich mit dem Rad fahre auch einen geringen negativen Einfluss auf die Umwelt. Für den Radschnellweg oder die Fahrbahn auf der ich fahre muss – langsam knapp werdender – Sand gewonnen und transportiert werden etc.

      Keine Ahnung, ob es möglich ist, dass alle Menschen über Generationen viel Rad fahren und die Natur das verkraftet, Wenn die ganze Weltbevölkerung Auto fährt spricht viel dafür, dass das nicht so ist.

      Es ist aus der Sicht des Einzelnen doch völlig plausibel, ein Auto zu kaufen, mit dem man besser über die kleineren der anderen hinwegschauen kann und das einen zumindest gefühlt besser schützt als ein Kleinwagen. Und die meisten SUV strahlen Aggresivität und Stärke aus, Eigenschaften von erfolgreichen Machern, zu denen man gehören möchte und das möchte man zeigen. Ich finde das überhaupt nicht verwunderlich.Zudem schreitet damit die Entwicklung der letzten Jahre immer weiter. Bei Autos und Penissen gilt seit Jahrzehnten, dass größer, besser ist. Warum soll das auf einmal anders sein? Auch das damit verknüpfte Männerbild ist ja ziemlich veränderungsresistent. Hybrid-Autos kann man genauso wie 2 Monate Elternzeit bei Vätern als Schritt in die richtige Richtung auffassen, aber wirklich verändert sich damit nichts.

      Bei mir in der Stadt schränkt der Autoverkehr sich selber immer mehr ein. In einem Leserbrief an die Lokalzeitung schrieb ich neulich, dass sich das gegenseitige Behindern kein Bug, sondern ein Feature des Autoverkehrs sei. Wurde rausgestrichen. Hat man wohl nicht verstanden, dass es längst der ungehemmt Autoverkehr sich selber blockiert. Das immer mehr und immer größer bei den Autos schränkt den Autoverkehr mehr ein, als jede ambitionierte und erst recht als jede halbherzige oder gar Albi-Radverkehrsförderung es je könnte.Oder jedes Klimaschutzprogramm.

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  3. @Norbert: das mit dem Radverkehr musst du mir auch mal erklären, wieso der teurer werden muss. Die allermeisten Ausgaben sind ja doch wegen dem Kfz-Verkehr.

    @Klaus: Das die Zahl der Zulassungen gestiegen sei, an die Meldung kann ich mich auch erinnern. Aber ich finde sie nicht mehr. Im Mai jedenfalls ist die Zahl der neu zugelassenen Kfz gesunden, meldet das KBA. (https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/Fahrzeugzulassungen/pm14_2020_n_05_20_pm_komplett.html?nn=2562684) Kein Wundern, wegen Corona. Im Januar gab es noch die Meldung, dass eine Million mehr insgesamt zugelassen sind (https://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/Fahrzeugbestand/fahrzeugbestand_node.html).

    (Edit) Achja, noch eins: wo kommt eigentlich das Gerücht her, das Stuttgart so sehr gefährlich sei für Radfahrer? DAs habe ich am Wochenende gelesen, heute hier in deinem Kommentar. Die Unfallstatistik gibt das nicht her meines Wissens. Aber ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren.

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    1. Wenn ich mich richtig erinnere, ist die Gesamtzahl gestiegen. Wenn die Autos über immer mehr Jahre genutzt werden ist das auch bei sinkenden Zulassungszahlen möglich.

      Die beste Radunfallstatistik hat die Stadt, in der es keinen Radverkehr gibt.

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      1. Naja. Ist nicht so dass es in Stuttgart keinen Radverkehr gäbe. Im Gegenteil, über die Jahre ist es immer mehr geworden. Ohne das von Seiten der Stadt etwas getan wurde, außer natürlich darüber geredet worden. Auch eine Art Kampagne. Aber da sind wir ja geteilter Meinung. Ich bin der Ansicht, das Sichtbarkeit und darüber reden durchaus dabei hilft, die Menschen aufs Rad zu bekommen. Erfolgreicher als irgendwelche Sonderwege.

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        1. Dann hoffen wir, dass das Radverkehrsaufkommen schneller wächst als das Kfz-Aufkommen. Leider empirisch alles gar nicht so einfach, solange wir noch nicht rund um die Uhr getrackt werden.

          Kampagnen als flankierende Maßnahmen sind sicherlich nicht falsch. Aber eben als flankierende Maßnahme. Und bitte nicht so realitätsentkoppelt, dass sie nur zu Hohn und Spott anregen.Und bitte nicht so, dass sie einfach nur peinlich oder/und zum Gähnen sind.

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          1. Hohn und Spott? Warum fällt mir da nur #fahrrunter ein 🙂

            Natürlich soll es auch flankierende Maßnahmen geben. Aber das muss nicht Radwegebau sein, der ist eher kontraproduktiv.

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          2. Die kenne ich nicht. Aber jede Stadt hat doch in den letzten Jahren merkwürdigste Kampagnen gehabt … oder fast jede.

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  4. Die immer grösseren und lauteren Dreckschleudern auf Deutschlands Straßen sind daher ein reines Männerproblem? Phalluskompensation? Richtig! Daher habe ich mir folgendes überlegt:

    Wäre es für die Gesellschaft und die Umwelt letztlich nicht günstiger, wenn es eine Penisvergrößerung kostenlos auf Rezept gäbe? Bei 40 Mio. Männern in Deutschland und Kosten von ca. 10.000 Euro/pro Operation wären das 400 Milliarden Euro. Der jährliche volkswirtschaftliche Schaden durch das Auto beträgt cirka 150 Milliarden Euro. D.h. das Geld hätten wir locker in 2-3 Jahren wieder ‚drin‘. Zudem wäre ein Konjunkturpaket für das Gesundheitswesen…

    Nur mal so eine Idee…

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      1. Geschlechterunabhängig? Echt jetzt?

        Wer da am Ende hinter dem Steuer sitzt, ist ja noch mal ein anderes Thema.

        Wir sind uns aber sicherlich darin einig, dass wenn’s um die Anschaffung dieser Panzer-PS-Dreckschleudern angeht, die Männer in einem Haushalt zu 80% die ‚treibende Kraft‘ sind, oder? Sinnbildlich bekam vor ein paar Tagen AMG in Affalterbach einen Shitstorm ab, weil ihre neue Vorstandsriege ausschließlich aus Männern besteht…und schaut man sich die anderen Autohersteller an- das gleiche in grün…

        Also, Ergo: Die Männer sind zweifelsfrei das Problem bei der Verkehrswende…

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        1. So, meinst du das wirklich, dass die armen Frauen einfach überstimmt werden? Ich denke da täuschst du dich, und zwar gewaltig.

          Das Foto von AMG kenne ich. Na und? AMG ist genauso wie die entsprechenden Tuning-Abteilungen anderer Hersteller was anderes als „normale“ SUV.

          Ob da nun Frauen in einem Vorstand sind oder nicht ist sowieso ein Thema für Geschlechtergerechtigkeit, und hat wenig mit der Käuferstruktur zu tun.

          Dass nun die Verkehrswende ausgerechnet von Männern verhindert bzw. von Frauen befördert wird wage ich doch sehr zu bezweifeln. Mit Geschlecht hat das überhaupt nichts zu tun. Auch wenn diese These von einigen Leuten vertreten wird, auch im Stuttgarter Gemeinderat. Es hat mehr damit zu tun, wie der menschliche Verstand eingesetzt wird.

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          1. Da bin ich bei dir, Martin.

            Ich würde Penisvergrößerungen auch nicht dem Gesundheitssektor zurechnen und dann bräuchte es ja erneut was, womit man sich abgrenzen kann, z. B. einem fetten SUV.

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