Heilbronn, der Tragödie 1. Teil (Update 04.02.2021)

Neulich war ich mal wieder in Heilbronn, meiner alten Heimatstadt. #AusGründen, die nicht in dieses Blog gehören. Aber ich hatte mein Rad dabei, und bin an diesen zwei Tagen, einem Sonntag und einem Samstag, insgesamt 15km dort gefahren. Was ich auf diesen 15km erlebt habe, wollte ich in einem Blog-Beitrag niederschreiben. Doch beim Durchsehen des gesammelten Materials habe ich festgestellt, das reicht locker für mehrere Beiträge.

Ein bißchen wusste ich ja schon was mich erwartet, denn so ganz sind die Verbindungen nicht abgebrochen. Nicht nur durch das Blog „RadfahreN in HeilbronN“ von dem Mann, der mich auf’s Liegerad gebracht hat. (Die merkwürdige Schreibweise mit Groß- und Kleinbuchstaben sind wegen der merkwürdigen Schreibweise, die vom Heilbronner Marketing als gut empfunden wird.)

Hier also der erste Teil. Es geht um den Kurt-Schumacher-Platz, auf halbem Weg zwischen der Stadtmitte und dem Bahnhof. Das war über Jahre ein Teil meines Arbeitswegs. Über die Friedrich-Ebert-Brücke, und links rein in die Frankfurter Straße. Irgendwann wurde dort ein Kreisverkehr gebaut. Es lief eigentlich recht gut, auch als die Stadtbahn quer rüber ging. Und so sah es noch 2017 aus:

Ausschnitt von https://karten.heilbronn.de/heilbronn/

Die Friedrich-Ebert-Brücke ist rechts zu sehen, links die Stadtbahn-Haltestelle, und unten im Bild das Gebäude, dass Ende der 90er, Anfang der 2000er über die Einfahrt der Frankfurter Straße gebaut wurde. Die Einfahrt war da nur noch für Fußgänger und Radfahrer, für Kfz wurde der Weg gesperrt.

Deutlich zu erkennen auch die Haltelinien im Kreisverkehr, dort waren die Ampeln wegen der Stadtbahn.

Alles in allem eine recht übersichtliche Situation. Es gab nach Jahren wohl eine unerklärliche Häufung in der ersten Jahreshälfte 2014, die aber durch eine immer aktive Ampel gelöst wurde.

Dann dachte sich wohl jemand irgendwann, da muss was für Radfahrer getan werden. Und das wurde getan. Und wie!

Ausgang Friedrich-Ebert-Brück, Blickrichtung Bahnhof

Das blaue Schild über der Ampel, von dem nur ein kleines Stück zu sehen ist, schreibt als vorgesehene Fahrtrichtung nur geradeaus und rechts vor. Was die schwarze V-Klasse vor mir natürlich nicht stört, deren Fahrer will wenden.

Und seht ihr die roten Markierungen auf dem Boden?

Moderne Kunst

Was zur Hölle soll das sein? Ich wollte eigentlich nach links, durch die Frankfurter Straße. Aber ich war so verwirrt, ich bin erstmal geradeaus und habe auf dem Gehweg gestoppt, um mir das anzusehen, und wie ich weiter komme.

Blick von der Kranenstraße aus auf die Radfahrergefährdungsanlage

Da gibt es nur eine Erklärung. Heilbronn will die lästigen Radfahrer weg haben. Wer sich da noch traut, soll gefälligst ins Krankenhaus.

Echt jetzt. Sowas in einer Stadt, die 2019 als „fahrradfreundliche Kommune“ ausgezeichnet wurde. So katastrophale Infrastruktur findet man wirklich selten. Scheint aber für Heilbronner nicht der Rede wert, denn ich habe beim Suchen mit Google habe ich keine Beschwerden darüber gefunden.

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Heilbronn, der Tragödie 2. Teil

Heilbronn, der Tragödie 3. Teil

Update 04.02.2021

Nach der kurzen Diskussion mit Norbert in den Kommentaren ist mir noch was aufgefallen. Zum Einen: darf ich da überhaupt nach links fahren? Die Bodenmalerei suggeriert das ja, aber dem oben angesprochenen Schild nach darf ich nur geradeaus oder nach rechts. Hier das Schild in seiner ganzen Pracht.

Keine Freigabe für Radfahrer

Der nächste Punkt ist, selbst wenn ich da irgendwie rüber komme, darf ich überhaupt durch den oben angesprochenen Durchgang in die Frankfurter Straße?

Der Pfeil markiert den Durchgang

Ja, man wird als Radfahrer auf den Gehweg gelotst. Ja, da ist auch ein Fahrrad-Symbol in der Streuscheibe der Ampel. Aber eine Gehwegfreigabe fehlt.

Lustigerweise plant die Stadt Heilbronn hier munter drauf los, weil man die Radfahrer von der anderen Neckarseite weg haben will, wo jetzt seit einiger Zeit der Radfernweg Alb-Neckar durch eine Fußgängerzone läuft. Weil die Gastronomie im Marra-Haus nicht beeinträchtigt werden soll.

12 Kommentare zu „Heilbronn, der Tragödie 1. Teil (Update 04.02.2021)

  1. Die Friedrich-Ebert-Brück ist links zu sehen, rechts die Stadtbahn-Haltestelle

    Nicht eher umgekehrt?

    Sehe ich das richtig auf den Bildern, dass es keinen Kreisverkehr mehr gibt?

    Du wolltest also wie der PKW fahren? Wenn ich das richtig verstehe, hättest du leicht rechts fahren müssen, dann mitten auf der Kreuzung auf die Aufstellfläche um dann an VZ 267 + 1022-10 vorbei zu fahren. Wie kompliziert.

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    1. Du hast natürlich recht. Ich habe so eine Rechts-Links-Schwäche.

      Ja, ich wollte auch nach links. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das überhaupt erlaubt ist. Denn das angesprochene Schild verbietet ja ein Abbiegen nach links (das richtige links diesmal). Und: darf ich dann überhaupt durch zur Frankfurter Straße fahren? Ich habe mal zwei Bilder zusätzlich eingefügt.

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      1. Ich finde das schwer nachzuvollziehen. Auf dem 2020-Luftbild https://karten.heilbronn.de/heilbronn/ sieht man nur eine rote Furt, auf den Bildern zwei.

        Ich bezog mich auf das Bild „Blick von der Kranenstraße aus auf die Radfahrergefährdungsanlage“ Da gibt es eine komische Abbiegespur Richtung Frankfurter Straße hinter der Geradeausspur. Ich frage mich, für Radverkehr aus welcher Richtung die ist. Auch bei der Geradeausspur vorne im Bild ist fraglich, für wen das ist.

        Nach der kurzen Diskussion mit Norbert in den Kommentaren ist mir noch was aufgefallen. Zum Einen: darf ich da überhaupt nach links fahren? Die Bodenmalerei suggeriert das ja, aber dem oben angesprochenen Schild nach darf ich nur geradeaus oder nach rechts. Hier das Schild in seiner ganzen Pracht.

        Du meist glaub ich die gleiche Spur, oder?`

        Nein, du darfst da nicht links. Das gilt für den kompletten Fahrverkehr, außer es würde über einer Spur hängen. Hier wird es aber interessant, denn es gibt eine LZA und die geht den VZ vor. Also darfst du doch, aber frag bitte nicht, ob man auch über diese dubiose Abbiegespur fahren darf.

        Bei der Durchfahrt habe ich aufgrund des Materials arge Zweifel, dass man da durchfahren dürfte.

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        1. Ja, auf den Luftbildern ist nur ein Radstreifen zu sehen. Scheint brandneu zu sein.

          Hm. Von der Kranenstraße geht es eigentlich direkt geradeaus in die Frankfurter. Okay, war früher so. Mit dem Durchgang ist wirklich nicht klar. Aber ich glaube, die Radfahrer aus Richtung Bahnhof werden weiter vorne auf den Gehweg gelotst. Und damit müsste es eigentlich gedacht erlaubt sein, aber faktisch halt mal wieder nicht.

          Vielleicht kann @Liegeradler noch ein paar Worte dazu schreiben und Bilder machen?

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          1. Tatsächlich wären ein paar weitere Bilder nicht schlecht. So könnte es Abweichungen von der VwV-StVO geben.

            In Verbindung mit Lichtzeichen dürfen die Zeichen nur dann angebracht sein, wenn für den gesamten Richtungsverkehr ein Abbiegever- oder -gebot insgesamt angeordnet werden soll. Sie dürfen nicht nur fahrstreifenbezogen zur Unterstützung der durch die Fahrtrichtungspfeile oder Pfeile in Lichtzeichen vorgeschriebenen Fahrtrichtung angeordnet werden.

            Gefällt 1 Person

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