Umfrageritis

Heute hat die Stadt Stuttgart bzw. die Online-Redaktion einen Tweet online gestellt, in dem auf eine Umfrage zum Radverkehrskonzept der Stadt hingewiesen wird. Hm. Gab es so ein Konzept nicht schon in Form des gescheiterten Radentscheids, dass durch den Gemeinderat dann doch größtenteils unterstützt wurde?

Auf jeden Fall, hier eine naturgemäß nicht repräsentative Umfrage, die nur Online durchgeführt. Nach einer Registrierung selbstverständlich. Wer diese hinter sich gebracht hat, muss erstmal viel lesen. Denn einfach so ein Button „Hier teilnehmen“ oder ähnlich gibt es nicht. Das ist ja von der Stadt, und von deren Onlinepräsenz ist man einiges gewohnt. Wer sich durchkämpft, erfährt auch noch gleich, dass auch Fragen zum Fußverkehr dabei sind.

Zum Fußverkehr? Ja, denn die Stadt ist der Ansicht, dass sich Fuß und Rad nicht nur ergänzen, sondern auch die gleichen Flächen teilen sollen. Anders ausgedrückt: dieser unausgegorene Schwachsinn, dass Fahrzeuge zwischen Fußgänger geschickt werden sollen, ohne Schrittgeschwindigkeit anzuordnen oder durchzusetzen, soll weiter so zementiert werden. Dadurch werden Fußgänger nicht nur Störungen und auch Gefährdungen durch Radfahrer ausgesetzt, sondern vor allem Radfahrer massiv ausgebremst, bis hin zur Unbenutzbarkeit.

Geht man nun auf den Reiter „Teilnehmen“ kommt ein kurzer Text, und links ein Button „Jetzt teilnehmen“. Da geht es noch nicht los. Man bekommt zuerst die Auswertung der bisher ausgefüllten Fragebögen mitgeteilt. Zu was das gut sein soll erschließt sich offensichtlich nicht nur mir nicht.

Die Fragen selbst sind in ihren Antwortmöglichkeiten stark eingeschränkt Ein Beispiel:

Bin ich der Einzige, der hier die Möglichkeit „Schlecht“ oder „Gar nicht“ vermisst?

Das zieht sich durch die ganze Umfrage. Oh, 4 der 16 Fragen gehen um den Fußverkehr. Ohne einen Bezug zum Radverkehr. Als ob man das dann doch völlig losgelöst betrachten will, im Gegensatz zu den einleitenden Worten.

Fazit

Der übliche Mist, der aus der Stuttgarter Verwaltung kommt, wenn es um Radverkehr geht.

Ein Kommentar zu „Umfrageritis

  1. Die dargestellte Frage ist m. E. eine Mischung aus einer Ordinalskala („Ja, reicht völlig“, „Schon ganz gut“), der die neutralen und negativen Werte fehlen und zwei nominalskaligen Antwortmöglichkeiten, die zur Frage nicht passen.

    https://de.statista.com/statistik/lexikon/definition/94/nominalskala/

    https://de.statista.com/statistik/lexikon/definition/99/ordinalskala/

    Alles was ich auf der Basis „rausfinde“ ist substanzlos, da ist es schon egal, wenn bisherige Rohergebnisse vor der Beantwortung angezeigt werden.

    Das sind keine handwerklichen Fehler. Das ist kein Handwerk.

    Gefällt 1 Person

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