Wochenrückblick KW 35/2022

Es ist wieder Sonntag, 15:00 Uhr. Also rein ins Vergnügen.

Tagesschau: VW bestreitet Mitverantwortung am Klimawandel

Also diese ganzen Begründungen, warum VW nicht (mit)schuld am Klimawandel ist. Chapeau. Ich dachte, nach dem Dieselskandal wären die schlauer geworden. Und auf einmal schäme ich mich, letztes Jahr ein BEV von VW gekauft zu haben.

PM DUH: Regierung fördert Klimakiller-Dienstwagen mit teils mehr als 150.000 Euro pro Fahrzeug

Wie gesagt, VW ist mit schuld. Genauso schuld ist unsere Regierung, auch die letzten Regierungen. Dass das Dienstwagenprivileg (Huhu, Christian!) so extrem ist hätte ich nicht gedacht.

Spiegel: Radfahrer rast in Autotür – Pkw-Fahrer trägt volle Schuld

Mal abgesehen vom Framing in der Überschrift, ich finde das gut. Hier wird klar gesagt, wer Schuld ist, nämlich derjenige, der die Tür aufreißt. Ich habe aber schon Stimmen gehört, das Urteil wäre nicht gut, weil Radfahrer dann an anderer Stelle in der Dooring Zone fahren müssten. Kann ich nicht nachvollziehen. Außerdem: es ist kein OLG-Urteil, sondern von einem Landgericht. Und auch keine ständige Rechtsprechung.

SZ: Mehr Platz für Radfahrer

Der Artikel vom Verkehrsgerichtstag hätte eigentlich schon letzte Woche im Wochenrückblick sein sollen. Asche auf mein Haupt. Wer denkt, der Verkehrsgerichtstag hätte endlich mal sein Herz für Radfahrer entdeckt. Nö. Immer noch der gleiche Mist wie jedes Jahr. „Ferner müssten aus Sicht der Fachleute das Gewicht und die Maße von Pedelecs, von Lastenrädern und Gespannen gesetzlich begrenzt werden, da die Fahrradinfrastruktur dafür schlicht nicht ausgelegt sei. Auch seien Ordnungsbehörden und Polizei gefordert, die bestehenden Regeln durch mehr Kontrollen durchzusetzen – dazu müssten Länder und Kommunen die Behörden mit deutlich mehr Personal ausstatten.“ Noch Fragen?

BZ: Nach Streit in Friedrichshain: FreeNow-Fahrer fährt absichtlich Fahrradfahrer an

Leute sind da draussen unterwegs. Vor allem in Berlin scheint es ganz schlimm zu sein. Aber wieso der Artikel auch so interessant ist: die Sprecherin des ADFC entblödet sich nicht aus diesem Unfall, für den auch der vorhandene Radweg verantwortlich ist, Kapital zu schlagen für das neuste liebste Kind von Auch-Radfahrern. „Dem Fahrradverband ADFC liegen keine Zahlen zu solchen Gewalttaten vor. Sprecherin Solveig Selzer sagt aber, dass sich durch bauliche Maßnahmen solchen Situationen infrastrukturell vorgebeugt werden kann. „Im Mischverkehr kann es leichter zu Konflikten kommen als mit separaten Radwegen“, sagt sie, „die am besten baulich durch Poller, Blumenkübel oder Ähnlichem geschützt sind und bei denen die jeweilige Führung der Verkehrsformen klarer ist.““  Hauptsache was rausgehauen.

11 Kommentare zu „Wochenrückblick KW 35/2022

    1. Ganz sicher nicht. Ich kenne das von mir, als ich noch die BC100 hatte. Man hat eh einen Fahrschein, da steigt man eher mal rein als wenn man erst ein Ticket kaufen müsste. Ist ja auch okay.

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      1. Deshalb ist das alles nicht so einfach wie selbst ernannte und von der Radblase geliebte Experten das so sagen, mit dem 9-Euro-Ticket. Aber diese Experten sind bestimmt für Kostenwahrheit im Verkehr. Ich halte das auch beim ÖPNV für geboten mit begleitender sozialpolitischer Verantwortung, eben auch weniger begüterten zu ermöglichen, Mobilität in vernünftigen Umfang zu ermöglichen.

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  1. zu VW:
    Was macht jemand wie du mit einem Auto?

    zu: DUH:
    Methodik nicht nachvollziehbar, daher Studie nichts Wert. Und was man erst beim übernächsten Link erfährt: „Die nachfolgenden Berechnungen nehmen als Grundlage Selbstständige mit einem
    Jahreseinkommen von über 277.000 Euro.“ Wie repräsentativ ist das für Dienstwagenfahrer?

    zu VGT:
    Es ist eine Veranstaltung von Leuten, die sich selber die Fachleute-Eigenschaft zuschreiben … Mehr nicht.

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    1. Komme leider erst heute zum Antworten, wie du schon bemerkt hast.

      Das Auto habe ich zwar bezahlt, aber fahren tut meine Frau. Sie benötigt mit dem Auto ca. eine halbe Stunde zur Arbeit. Mit ÖPNV wäre es ungefähr anderthalb Stunden. Eher noch mehr, da sie um 6 Uhr früh anfängt. Da müsste sie noch mehr Zeit aufwenden. Und das in einem Ballungsraum.

      Die Rechnung der DUH wollte ich nochmal anschauen, aber offenbar wurde die PM ersetzt. Hmmm… In der PM https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-belegt-in-neuen-berechnungen-die-drei-klimaschaedlichen-aspekte-der-dienstwagen/ wird ein PDF verlinkt mit der Berechnung. Sicher sind das Ausreißer. Aber die Beispiele existieren wohl. Um in der Presse erwähnt zu werden muss man halt plakativ daher kommen, leider.

      Wenn jemand nur als Experte in Medien erwähnt wird, statt mit einem Hinweis auf eine vorhandene Kompetenz ist das immer ein Grund skeptisch zu sein. Sieht man ja bei den ganzen „Experten“ vom ADFC, die immer wieder in Medien erwähnt werden.

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      1. Und wenn sie Rad fahren würde?

        Das dürfte überall in D ein Problem sein, um 6 auf der Arbeit zu sein, wenn der Arbeitsweg 1,5 Stunden dauert mit dem Auto.

        Bei aller Zuspitzung sollte man redlich bleiben. Es macht ja schon ein Unterschied, ob es um Einzelfälle geht oder nicht, bei denen das so extrem ist.

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