Heilbronn, der Tragödie 5. Teil

Ihr dachtet nicht wirklich, dass ich schon fertig bin? Aber ich kann euch beruhigen, heute der letzte Teil als bunter Mischmasch. Mal sehen, wenn ich mal wieder dort bin, was dann auffällt.

Runter auf die Fahrbahn.

Man erkennt es nicht so gut auf dem Bild, aber der linke Teil ist mit roten Steinen versehen. Und weiter vorne klar als die Seite für Radfahrer vorgesehen. Man wird hier also von einem (nicht straßenbegleitenden) Geh- und Radweg auf die Fahrbahn gelotst.

Geht’s noch schmaler?

Dann müsste das eigentlich ein Radfahrstreifen sein. Oder ein Seitenstreifen? Denn es ist weder ein Piktogramm noch ein Blauschild noch gar die erforderliche Breite für einen Radfahrstreifen vorhanden. Es ist aber der Straßenteil, auf den man quasi gelotst wird.

Rein in die Haltestelle.

Und so geht’s weiter. So, mit Autos nebendran darf man sich jetzt schnell schnell überlegen. Knallt man auf den Bordstein? Schaut man zu, dass man irgendwie in die Haltestelle reinkommt? Oder gar nach links in die Fahrspur?

Einer der Abstellplätze an der Klinik Gesundbrunnen

Falls das Schild nicht lesbar ist: „Das Abstellen von Krafträdern ist verboten. Widerrechtlich geparkte Fahrzeuge werden zur Anzeige gebracht und kostenpflichtig abgeschleppt.“ Joah. Ziemlich glaubhaft.

Rein in den Neckarbogen

Auf dem Rückweg zum Bahnhof ein kleiner Umweg über den neusten Stadtteil von Heilbronn, dem Neckarbogen. Gebaut im Zuge der Buga 2019. Noch nicht alles verbaut, schöne breite Wege für Fußgänger und Radfahrer, ein Viertel vom Reißbrett halt. Was soll da schon schiefgehen? Och, da gibt es schon was.

Slalom

Zum Beispiel Sitzbänke, die in den Weg ragen. Ja, mit Reflexfolie. Ja, beleuchtet. Aber trotzdem, was soll denn das? Die Absicht ist klar, den ach so gefährlichen Radverkehr verlangsamen. Und gefährden.

Fahrradzone rechts

Hey, hier gibt es sogar eine Fahrradzone! Wir erinnern uns, der Bundesbenzinkanister wollte unbedingt als Fahrradminister gelten. Außer dem Auch-Fahrradclub hat es ihm aber niemand geglaubt. Aber sei’s drum, eine seiner Maßnahmen: er hat Fahrradzonen in der StVO eingeführt. Das sind quasi die schon bekannten Fahrradstraßen, aber halt als Zone, nicht als einzelne Straßen. Und an was denkt man, wenn man an Fahrradstraßen denkt?

Um die Ecke noch mehr

Richtig, an Autos. Um die Ecke sind noch mehr. Und ein paar wenige Fahrradständer. Man könnte es auch verkehrsberuhigten Bereich nennen im Fall vom Neckarbogen.

Und raus

Und hier geht’s raus. Hätte ich ohne Witz beinahe übersehen, die Schilder. Weil man den Unterschied nicht sieht.

Für’s das nächste Bild muss ich etwas ausholen. Ich bin in den Stadtteil also über einen Geh-/Radweg reingefahren, dann in eine Fahrradzone. Was ist nach der Fahrradzone?

Geh-/Radweg

Richtig, ein Geh-/Radweg, mit Benutzungspflicht. Damit hier die lästigen Radfahrer mal endlich weg von der Fahrbahn sind, und Fußgänger belästigen können. Immerhin, wieder schön breit. Aber halt kein Asphalt, und keine Trennung.

T30-Zone

Aber was zur Hölle ist das? Das war also eine Tempo 30-Zone? Wo bitteschön stand das? Und wieso dann ein benutzungspflichtiger Radweg, was laut den VwV-StVO in einer T30-Zone gar nicht erlaubt ist? Wer jetzt denkt, das wäre eine Altlast. Nein. Wie gesagt, alles in diesem Stadtteil entstand vor und während der Buga 2019. Dieser Irrsinn ist brandneu. Was rauchen die eigentlich?

Am Neckar will man verweilen

Jetzt wieder in der Stadt. Hier ein paar schöne Abstellanlagen, direkt am Neckar. Ich meine, der Gedanke, dass man solche Bügel aufstellt ist im Grunde ok. Aber wieso hier? Und so viele? Einige Meter zurück ist das Hallenbad, weiter vorne das berüchtigte Marra-Haus. Aber hier? Da ist nichts. Ein paar Wohnhäuser, ein oder zwei Gaststätten, aber einfach nichts, was diese Menge an Bügeln an diesem Ort rechtfertigen würde. Aber hey, Radverkehrsförderung! Da wird die Sinnfrage selten gestellt. Eigentlich nie.

Fahrradstraße

Auch Heilbronn hat Fahrradstraßen. Sogar mehrere. Und dort sieht es aus wie überall: Autos noch und nöcher.

Kreuzung

Ende der Fahrradstraße. Weil hier eine Kreuzung kommt. Da kreuzt eine Autostraße! Weil da fahren Autos. Die sind wichtig.

Ich weiß nicht, wieviel Zeit ich schon hier an dieser Kreuzung verbracht habe. War früher mein Arbeitsweg, und noch früher mein Schulweg.

Wieder Fahrradstraße

Und nach der Kreuzung: Fahrradstraße. Das da links ist übrigens meine alte Schule. Und damals sah es genauso aus. Links Parkplätze, rechts Kebap. Hat sich nix geändert, außer den Schildern.

Rum und num

Der Weg im Bild davor geht um einen kleinen Platz herum, und dann landet man hier. Ob sich da was geändert hat? Ich weiß nicht. Die Lastwagen der Fleischer-Innung rechts nicht im Bild standen hier so gut wie jeden Morgen. Was ich da gekämpft habe. Die Stadt hat das natürlich nicht interessiert. War ja nur eine Radverbindung.

So, das war’s erstmal mit Heilbronn.

Zu den anderen Teilen

Heilbronn, der Tragödie 1. Teil (Update 04.02.2021)

Heilbronn, der Tragödie 2. Teil

Heilbronn, der Tragödie 3. Teil

Heilbronn, der Tragödie 4. Teil

5 Kommentare zu „Heilbronn, der Tragödie 5. Teil

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